Autor: Stefan Henze Stand: 02.04.2026 Heiraten kann Steuern sparen, wenn die Einkommen unterschiedlich hoch sind. Durch das Ehegattensplitting liegt der Vorteil häufig im Bereich von einigen hundert bis wenigen tausend Euro pro Jahr. Verdienen beide ähnlich viel, fällt die Steuerersparnis meist gering aus oder entfällt. Neben der grundsätzlichen Frage, ob sich Heiraten steuerlich lohnt, spielen in der Praxis mehrere Faktoren eine Rolle. Dazu gehören die konkrete Höhe der Steuerersparnis, die Wahl der Steuerklasse nach der Hochzeit und weitere finanzielle Auswirkungen, die oft übersehen werden. Auch die Kosten einer Hochzeit selbst und deren Finanzierung sollten bei der Entscheidung berücksichtigt werden. Der folgende Überblick zeigt Schritt für Schritt, wie sich die Ehe steuerlich auswirkt und welche finanziellen Aspekte dabei eine Rolle spielen. Das Ehegattensplitting ist das zentrale Steuerprinzip für verheiratete Paare. Dabei werden die zu versteuernden Einkommen beider Partner addiert und anschließend halbiert. Auf diese Hälfte berechnet das Finanzamt die Einkommensteuer. Die Steuer wird danach wieder verdoppelt, weil ursprünglich zwei Einkommen vorliegen. So werden beide Partner rechnerisch so behandelt, als würden sie gleich viel verdienen. Der Steuervorteil entsteht durch den progressiven Steuertarif. Mit steigendem Einkommen erhöht sich der Steuersatz. Durch das Halbieren wird ein höheres Einkommen rechnerisch reduziert, wodurch sich der durchschnittliche Steuersatz senkt. Wie sich das konkret auf die Steuerlast auswirkt, zeigt die folgende Beispielrechnung im Vergleich zwischen Einzelveranlagung und Ehegattensplitting.
Beispielrechnung auf Basis des Einkommensteuerrechners des Bundesfinanzministeriums
(Grundtarif und Splittingtarif, Stand: 2026):
https://www.bmf-steuerrechner.de.
Die Werte wurden zur besseren Verständlichkeit gerundet. Die tatsächliche Steuer hängt von individuellen Faktoren ab.
In diesem Fall wird das höhere Einkommen von Partner A steuerlich entlastet, während das niedrigere Einkommen von Partner B stärker gewichtet wird. Unter dem Strich ergibt sich eine geringere Gesamtsteuer. Der Vorteil hängt direkt vom Einkommensunterschied ab. Je größer die Differenz, desto stärker wirkt das Splitting. Bei ähnlichen Einkommen bleibt der Effekt gering, wie bereits im vorherigen Abschnitt eingeordnet. Wichtig: Das Ehegattensplitting wird automatisch angewendet, wenn Ehepaare eine gemeinsame Steuererklärung abgeben. Eine separate Beantragung ist nicht erforderlich. Wie im vorherigen Abschnitt gezeigt, steigt der Steuervorteil mit dem Unterschied zwischen den Einkommen. Die folgenden Beispiele zeigen, wie stark sich dieser Effekt in unterschiedlichen Konstellationen auswirkt.
Vereinfachte Beispielwerte auf Basis des Einkommensteuertarifs. Die tatsächliche Steuer hängt von individuellen Faktoren ab.
Die Beispiele zeigen, wie stark die Steuerersparnis in der Praxis variieren kann. Bei identischen oder sehr ähnlichen Einkommen entsteht in der Regel kein Vorteil, weil beide Partner ohnehin in einem vergleichbaren Steuerbereich liegen. Sobald sich die Einkommen spürbar unterscheiden, setzt der Effekt ein. Ein moderater Unterschied kann bereits eine Ersparnis im niedrigen vierstelligen Bereich ermöglichen. Richtig deutlich wird der Vorteil vor allem dann, wenn ein Partner deutlich mehr verdient oder ein Einkommen zeitweise ganz wegfällt, etwa während Elternzeit oder beruflicher Neuorientierung. Eine feste Grenze, ab der sich das Ehegattensplitting lohnt, gibt es nicht. Der Übergang ist fließend und hängt immer von der konkreten Einkommensverteilung ab. Die Tabelle zeigt jedoch eine klare Tendenz: Je größer der Abstand zwischen den Einkommen, desto höher fällt die steuerliche Entlastung aus. In den meisten Fällen profitieren Ehepaare von der gemeinsamen Veranlagung. Es gibt jedoch Situationen, in denen die Einzelveranlagung sinnvoller sein kann: Unabhängig vom Ehegattensplitting stellt sich nach der Hochzeit eine praktische Frage: Wie viel Geld kommt jeden Monat tatsächlich auf dem Konto an? Nach der Eheschließung werden Ehepaare automatisch in die Steuerklasse 4 eingestuft. Diese entspricht in etwa der Steuerklasse 1 und ist die Standardlösung, wenn beide Partner ähnlich viel verdienen. Viele gehen davon aus, dass sich durch die Wahl der Steuerklasse direkt Steuern sparen lassen. Genau hier liegt ein häufiges Missverständnis. Die Steuerklasse beeinflusst nur, wie viel Lohnsteuer monatlich vom Gehalt einbehalten wird, nicht die endgültige Steuerlast. Der eigentliche Steuervorteil entsteht, wie im vorherigen Abschnitt gezeigt, durch das Ehegattensplitting und die gemeinsame Veranlagung. Die Wahl der Steuerklasse bestimmt vor allem, wie sich die laufende Lohnsteuer zwischen beiden Partnern verteilt und damit indirekt auch das monatliche Nettoeinkommen. Für Ehepaare stehen drei Kombinationen zur Verfügung. Die Standardlösung nach der Hochzeit. Sinnvoll, wenn beide Partner ähnlich viel verdienen und keine größeren Unterschiede bestehen Wird häufig gewählt, wenn ein Partner deutlich mehr verdient. Der besser verdienende Partner hat monatlich mehr Netto, der andere entsprechend weniger Die Steuerlast wird gleichmäßiger verteilt. Abweichungen bei der Steuererklärung fallen meist geringer aus Für das folgende Beispiel gehen wir von 60.000 € Jahreseinkommen bei Partner A und 30.000 € Jahreseinkommen bei Partner B aus.
Beispielhafte Berechnung auf Basis des Einkommensteuertarifs (Stand 2026). Individuelle Faktoren wie Krankenversicherung, Bundesland oder Freibeträge können das Ergebnis verändern.
Die Tabelle zeigt zwei Dinge gleichzeitig: Zum einen sinkt die Gesamtsteuer durch die Ehe deutlich im Vergleich zur Situation vor der Hochzeit. Zum anderen wird sichtbar, dass die Steuerklasse vor allem die Verteilung der Steuerlast zwischen beiden Partnern verändert. Besonders deutlich wird das bei der Kombination 3 / 5. Der besser verdienende Partner zahlt unterjährig deutlich weniger Steuern und erhält entsprechend mehr Netto, während der andere Partner stärker belastet wird. Die Gesamtsteuer bleibt jedoch vergleichbar mit den anderen Varianten. Die Kombination 4 / 4 liegt nah an der Situation vor der Hochzeit und ist die Standardlösung. 4 / 4 mit Faktor sorgt dafür, dass die Steuerlast unterjährig genauer verteilt wird und größere Nachzahlungen oder Erstattungen seltener auftreten. Entscheidend ist: Die Steuerklasse bestimmt nicht, wie viel Steuern Ehepaare insgesamt zahlen, sondern wann und wie diese Steuern im Laufe des Jahres abgeführt werden. Wer möglichst viel Netto im Monat erhalten möchte, wählt häufig 3 / 5. Wer Überraschungen bei der Steuererklärung vermeiden will, fährt mit 4 / 4 mit Faktor meist besser. Am Ende gilt: Die Steuerklasse bestimmt nicht die Höhe Ihrer Steuern, sondern nur, ob Sie Ihr Geld sofort bekommen oder erst über die Steuererklärung zurückerhalten. Neben dem Ehegattensplitting profitieren verheiratete Paare von weiteren steuerlichen Regelungen, die im Alltag oft übersehen werden. Diese können sich je nach Lebenssituation spürbar auswirken. Ehepaare können bestimmte steuerliche Freibeträge gemeinsam ausschöpfen. Wird ein Freibetrag von einem Partner nicht vollständig genutzt, kann der andere davon profitieren. Ein Beispiel ist der Sparer-Pauschbetrag: Gemeinsam stehen Ehepaaren aktuell 2.000 € pro Jahr für Kapitalerträge zur Verfügung. Wird dieser nicht vollständig ausgeschöpft, kann der verbleibende Betrag zwischen beiden Partnern verteilt werden. Ein deutlicher Vorteil ergibt sich bei der Vermögensübertragung. Gerade bei größeren Vermögenswerten wie Immobilien entsteht dadurch ein erheblicher steuerlicher Unterschied. Bei der gemeinsamen Steuererklärung werden viele Ausgaben zusammen betrachtet. Das kann dazu führen, dass Höchstgrenzen besser ausgeschöpft werden, wenn ein Partner sie alleine nicht vollständig nutzen könnte. Dazu gehören zum Beispiel: In der gesetzlichen Krankenversicherung besteht die Möglichkeit der Familienversicherung. Das bedeutet: Ein Partner kann unter bestimmten Voraussetzungen kostenlos mitversichert werden. Voraussetzung ist unter anderem ein geringes Einkommen. Dieser Vorteil wirkt sich zwar nicht direkt auf die Einkommensteuer aus, senkt aber die laufenden Kosten deutlich. Ein häufiger Irrtum: Die Hochzeit selbst bringt keine direkten Steuervorteile. Kosten für Feier, Kleidung oder Location gelten als private Ausgaben. Sie können in der Regel nicht steuerlich abgesetzt werden. Ausnahmen sind nur in speziellen Fällen möglich, etwa bei haushaltsnahen Dienstleistungen, wenn Leistungen im eigenen Haushalt erbracht werden. Eine Hochzeit bringt steuerliche Vorteile mit sich. Gleichzeitig entstehen oft erhebliche Kosten, die viele Paare unterschätzen. Wie hoch diese ausfallen, hängt stark vom Umfang der Feier ab. Laut einer Studie liegen die durchschnittlichen Kosten für eine Hochzeit in Deutschland häufig im Bereich von rund 13.000 € bis 15.000 €. Je nach Gästeanzahl und individuellen Ansprüchen sind auch deutlich höhere Beträge möglich. Die folgende Beispielrechnung zeigt, wie sich die Kosten einer Hochzeit zusammensetzen können. Die Beispielrechnung zeigt, wie schnell sich die Gesamtkosten einer Hochzeit summieren können. Den größten Anteil machen dabei meist Location und Verpflegung aus, gefolgt von Kleidung, Ringen und Fotografie. Schon bei einer mittelgroßen Feier entsteht so ein Betrag im fünfstelligen Bereich. Je nach Gästeanzahl und individuellen Ansprüchen können die Kosten deutlich darüber liegen oder auch bewusst niedriger gehalten werden. Wichtig ist: Die meisten dieser Ausgaben fallen gebündelt in einem relativ kurzen Zeitraum an. Gleichzeitig lassen sich die Kosten nur begrenzt verschieben oder reduzieren, ohne Abstriche bei der Planung zu machen. Genau hier stellt sich für viele Paare die Frage, wie sich diese Kosten sinnvoll finanzieren lassen. Die Hochzeitskosten lassen sich oft nicht vollständig aus dem laufenden Einkommen bezahlen. Gleichzeitig fallen viele Ausgaben gebündelt an, etwa für Location, Ringe oder Anzahlungen. Für die Finanzierung kommen grundsätzlich mehrere Möglichkeiten infrage. Viele Paare greifen zunächst auf Ersparnisse zurück. Das ist die einfachste Lösung, da keine zusätzlichen Kosten durch Zinsen entstehen. Der Nachteil: Rücklagen werden reduziert oder vollständig aufgebraucht. Gerade bei unvorhergesehenen Ausgaben kann das später zum Problem werden. Geldgeschenke oder finanzielle Unterstützung durch Familie sind bei Hochzeiten üblich. Diese können einen Teil der Kosten abdecken. Allerdings ist diese Form der Finanzierung oft nicht planbar und reicht in vielen Fällen nicht aus, um alle Ausgaben zu decken. Eine kleinere Feier, weniger Gäste oder eine günstigere Location können die Gesamtkosten deutlich senken. In der Praxis stoßen diese Einsparungen jedoch schnell an Grenzen, wenn bestimmte Wünsche umgesetzt werden sollen. Die Kosten fallen oft gebündelt an, etwa für Location, Anzahlungen oder Ringe. Gleichzeitig stehen viele Ausgaben bereits vor der Feier fest, während das Einkommen monatlich zufließt. Ein Kredit kann in solchen Situationen helfen, die Kosten planbar über einen längeren Zeitraum zu verteilen. Statt große Summen auf einmal zu zahlen, wird der Betrag in festen monatlichen Raten zurückgezahlt. Sinnvoll kann das vor allem sein, wenn: Wenn Sie prüfen möchten, welche Finanzierung zu Ihrer Situation passt, können Sie hier verschiedene Optionen vergleichen und eine passende Lösung für Ihren Hochzeitskredit finden. Stefan Henze ist unser Experte für die Altersvorsorge. Wer heute schon an morgen denken will, findet in seinen Beiträgen klare Orientierung, um die Rentenlücke zu schließen. Außerdem bringt er viel Erfahrung beim Thema Steuern mit und zeigt, wie man bei der Steuererklärung mehr für sich rausholen kann. Wie viel Kredit Sie sich leisten können, hängt vor allem von Ihrem frei verfügbaren Einkommen ab. Entscheidend ist, wie viel nach Abzug aller Fixkosten monatlich übrig bleibt. Faktoren wie Laufzeit, Zinssatz und Bonität beeinflussen zusätzlich, wie hoch Ihre realistische Kreditrate ausfällt. Der SCHUFA-Score entscheidet in vielen Alltagssituationen mit darüber, ob Sie einen Kredit erhalten, einen Vertrag abschließen können oder bessere Konditionen bekommen. Entsprechend groß ist der Einfluss auf Ihre finanziellen Möglichkeiten. Ein negativer SCHUFA-Eintrag kann viele Probleme verursachen. Banken lehnen Kredite ab, Vermieter verlangen zusätzliche Sicherheiten oder Mobilfunkverträge werden nicht bewilligt. Viele Betroffene fragen sich deshalb: Kann ich meinen SCHUFA-Eintrag löschen lassen und meine Bonität verbessern?Heiraten und Steuern:
Welche Vorteile haben Ehepaare wirklich?
Lohnt sich Heiraten steuerlich wirklich?
1. Ehegattensplitting einfach erklärt
2. Wie viel Steuern sparen Ehepaare wirklich?
Einkommen Partner A
Einkommen Partner B
Steuerersparnis durch Ehegattensplitting
40.000 €
40.000 €
0 €
70.000 €
20.000 €
ca. 1.400 €
30.000 €
80.000 €
ca. 2.500 €
0 €
100.000 €
ca. 4.000 €
Wann lohnt sich die Einzelveranlagung?
3. Steuerklasse nach der Hochzeit: So verändert sich Ihr Nettogehalt
Steuerklasse 4 / 4
Steuerklasse 3 / 5
Steuerklasse 4 / 4 mit Faktor
Steuerklasse
Steuer Partner A (60.000 €)
Steuer Partner B (30.000 €)
Steuer gesamt
1 / 1 (vor der Hochzeit)
14.233 €
4.217 €
18.450 €
4 / 4
11.337 €
2.977 €
14.314 €
4 / 4 mit Faktor
10.838 €
2.846 €
13.684 €
3 / 5
6.292 €
6.759 €
13.051 €
Welche Steuerklasse ist nach der Hochzeit sinnvoll?
4. Welche Steuervorteile haben Ehepaare zusätzlich?
Höhere Freibeträge gemeinsam nutzen
Höhere Freibeträge bei Schenkung und Erbe
Gemeinsame Veranlagung bei Sonderausgaben
Vorteile bei der Krankenversicherung
Kann man eine Hochzeit von der Steuer absetzen?
5. Was kostet eine Hochzeit wirklich?
6. Hochzeit finanzieren: Diese Optionen haben Sie
Eigenkapital nutzen
Unterstützung durch Familie
Kosten aufteilen und reduzieren
Hochzeit über einen Kredit finanzieren
Wer schreibt hier?

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SCHUFA-Eintrag löschen: Wann es möglich ist und wie Sie vorgehen
Einzelveranlagung
Ehegattensplitting
Steuerersparnis durch das Ehegattensplitting
ca. 800 €
Kostenübersicht Hochzeit
Beispielhafte Durchschnittswerte. Die tatsächlichen Kosten hängen stark von Gästeanzahl, Location und individuellen Wünschen ab.
Zum Hochzeitskredit
