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Wie erkennen Sie unseriöse Kredite und Kreditvermittler?

Anika Dittmer, Autorin Duratio Finanznews

Autorin: Anika Dittmer

Stand: 02.10.2026

Das Wichtigste in Kürze

Unseriöse Kreditangebote erkennen Sie häufig an unrealistischen Versprechen, Vorauszahlungen, versteckten Zusatzverträgen oder einem Anbieter, dessen Identität sich nicht eindeutig prüfen lässt. Ein ungewöhnliches Merkmal allein beweist noch keine unseriöse Vermittlung. Entscheidend ist das Gesamtbild: Sind Anbieter, Ablauf, Konditionen und Kosten spätestens beim konkreten Angebot klar nachvollziehbar?

1. Woran erkennen Sie unseriöse Kredite und Kreditvermittler?

Ein seriöser Kreditvermittler muss Ihnen nicht bereits auf seiner Website Ihren persönlichen Zinssatz nennen. Das ist häufig gar nicht möglich, weil konkrete Kreditkonditionen unter anderem von Kredithöhe, Laufzeit, Einkommen, bestehenden Verpflichtungen, Bonität und den Vorgaben des jeweiligen Kreditgebers abhängen.

Entscheidend ist vielmehr, dass klar wird, welche Rolle der Vermittler einnimmt, wie der weitere Prozess funktioniert und welche Konditionen und Kosten gelten, bevor Sie einen verbindlichen Kreditvertrag abschließen.

Auch die Verbraucherzentrale unterscheidet ausdrücklich zwischen Vermittler und Kreditgeber. Ein Kreditvermittler vergibt den Kredit grundsätzlich nicht selbst. Ob ein Kredit tatsächlich zustande kommt, entscheidet der jeweilige Kreditgeber nach Prüfung der Anfrage. (Quelle: Verbraucherzentrale: Unseriöse Kredite erkennen, Stand: 13.01.2026)

Seriös oder Warnsignal? Der Schnellcheck

Kreditangebot im Schnellcheck
Prüfkriterium
Unauffällig
Genau prüfen
Kreditzusage
Unauffällig

Entscheidung nach Prüfung

Genau prüfen

„100 % garantiert“

Bonität
Unauffällig

Finanzielle Voraussetzungen werden geprüft

Genau prüfen

„Bonität egal“

Persönlicher Zinssatz
Unauffällig

Wird nach Prüfung der Angaben ermittelt

Genau prüfen

Ungewöhnlich günstiger Zins wird jedem versprochen

Kosten
Unauffällig

Beim konkreten Angebot nachvollziehbar

Genau prüfen

Kosten bleiben auch vor Vertragsabschluss unklar

Vermittlung
Unauffällig

Rolle von Vermittler und Kreditgeber ist erkennbar

Genau prüfen

Unklar, wer den Kredit vergeben soll

Zusatzprodukte
Unauffällig

Transparent angeboten und frei wählbar

Genau prüfen

Verstecktes Abo oder Zusatzvertrag

Vorauszahlung
Unauffällig

Keine Zahlung für eine versprochene Auszahlung

Genau prüfen

Erst Gebühr zahlen, dann soll Geld fließen

Anbieter
Unauffällig

Unternehmen und Kontaktmöglichkeiten nachvollziehbar

Genau prüfen

Widersprüchliche oder nicht überprüfbare Angaben

Ein Warnsignal bedeutet nicht automatisch Betrug. Treffen jedoch mehrere Punkte gleichzeitig zu, sollten Sie die Anfrage stoppen und den Anbieter genauer überprüfen.

2. 10 Warnzeichen für unseriöse Kreditangebote

1. Die Auszahlung wird garantiert

„100 Prozent Zusage“, „garantiert bewilligt“ oder „jeder bekommt einen Kredit“ klingen attraktiv, passen aber nicht zu einer regulären Kreditentscheidung.

Der Darlehensgeber muss bei Verbraucherdarlehen vor dem Vertragsabschluss die Kreditwürdigkeit prüfen. Bei einem Allgemein-Verbraucherdarlehen darf der Vertrag nur abgeschlossen werden, wenn aufgrund dieser Prüfung keine erheblichen Zweifel daran bestehen, dass die Verpflichtungen aus dem Kredit erfüllt werden können.

Ein Vermittler kann daher eine Anfrage bearbeiten und Finanzierungsmöglichkeiten prüfen, eine Auszahlung aber nicht unabhängig von der Entscheidung des Kreditgebers garantieren. (Quelle: § 505a BGB: Pflicht zur Kreditwürdigkeitsprüfung, Stand: 02.10.2026)

2. Ihre finanzielle Situation soll überhaupt keine Rolle spielen

Ein Angebot „ohne SCHUFA“ ist nicht automatisch unseriös. Problematischer ist die Aussage, dass Bonität, Einkommen und Rückzahlungsfähigkeit insgesamt bedeutungslos seien.

Die Bonität beschreibt vereinfacht, ob eine Person voraussichtlich in der Lage ist, ihre finanziellen Verpflichtungen zu erfüllen. Eine SCHUFA-Auskunft kann dafür ein Informationsbaustein sein, ist aber nicht mit der gesamten Kreditwürdigkeitsprüfung gleichzusetzen.

Misstrauisch sollten Sie deshalb werden, wenn trotz fehlender finanzieller Voraussetzungen gleichzeitig eine sichere Auszahlung versprochen wird. (Quelle: Verbraucherzentrale: Unseriöse Kredite erkennen, Stand: 13.01.2026)

3. Mit einem unrealistischen Zinssatz wird gelockt

Dass ein Vermittler auf seiner Website keinen individuellen Kreditzins nennt, ist zunächst kein Warnzeichen. Persönliche Konditionen lassen sich häufig erst ermitteln, nachdem Angaben zur gewünschten Finanzierung und zur finanziellen Situation geprüft wurden.

Problematisch wird es vielmehr, wenn ein außergewöhnlich günstiger Zinssatz unabhängig von Bonität, Kreditbetrag oder Laufzeit für praktisch jeden versprochen wird oder wenn der zunächst beworbene Eindruck nicht zu den später vorgelegten Konditionen passt.

Prüfen Sie deshalb beim konkreten Angebot insbesondere den effektiven Jahreszins, die Monatsrate, die Laufzeit und die Gesamtkosten. Nicht ein fehlender persönlicher Zinssatz auf der Werbeseite ist entscheidend, sondern die Transparenz des Angebots, auf dessen Grundlage Sie sich tatsächlich für oder gegen den Kredit entscheiden.

4. Sie sollen Geld zahlen, damit der Kredit ausgezahlt wird

Besonders kritisch ist die Aufforderung, zunächst eine angebliche Bearbeitungsgebühr, Freischaltungsgebühr, Steuer, Versicherungsgebühr oder Überweisungsgebühr zu zahlen, damit anschließend die Kreditsumme überwiesen werde.

Das Europäische Verbraucherzentrum beschreibt aktuelle Betrugsfälle, bei denen nach einer ersten Zahlung weitere angebliche Gebühren folgen, die Kreditauszahlung jedoch ausbleibt. (Quelle: Europäisches Verbraucherzentrum Deutschland: Kreditbetrug, Stand: 11.08.2026)

Davon zu unterscheiden ist die Frage, wie sich ein Kreditvermittler finanziert. Kreditvermittlung ist keine grundsätzlich unentgeltliche wirtschaftliche Tätigkeit. Vermittler können beispielsweise Provisionen erhalten.

Für eine vom Verbraucher geschuldete Vermittlungsvergütung gelten gesetzliche Regeln. Nach § 655c BGB ist sie grundsätzlich nur geschuldet, wenn das Darlehen infolge der Vermittlung tatsächlich geleistet wurde und ein Widerruf nicht mehr möglich ist. Weitere Entgelte sind ebenfalls gesetzlich begrenzt. (Quellen: § 655c BGB und § 655d BGB, Stand: 02.10.2026)

Entscheidend ist daher nicht, dass an einer Kreditvermittlung wirtschaftlich verdient wird, sondern ob Kosten und Vertragsbedingungen korrekt ausgewiesen werden und keine Zahlung als Voraussetzung für eine bloß versprochene Kreditauszahlung verlangt wird.

5. Zusatzprodukte werden versteckt oder zur vermeintlichen Voraussetzung gemacht

Eine Versicherung oder ein anderes Zusatzprodukt neben einem Kreditangebot macht einen Anbieter nicht automatisch unseriös. Entscheidend ist, ob Sie erkennen können, was angeboten wird, welche Kosten entstehen und ob Sie selbst darüber entscheiden können.

Ein Warnsignal sind dagegen Konstruktionen, bei denen Verbraucher glauben, lediglich eine Kreditanfrage zu stellen, tatsächlich aber zusätzlich ein kostenpflichtiges Abo, eine Prepaid-Kreditkarte oder einen anderen Vertrag abschließen.

Die Verbraucherzentrale berichtet beispielsweise von Angeboten, bei denen eine vermeintliche Kreditvermittlung mit kostenpflichtigen Prepaid-Kreditkarten oder Abonnements gekoppelt wird, obwohl am Ende kein Kredit zustande kommt. (Quelle: Verbraucherzentrale: Unseriöse Kredite erkennen, Stand: 13.01.2026)

Prüfen Sie deshalb vor jeder verbindlichen Erklärung: Welche Produkte wählen Sie gerade aus? Welche sind optional? Welche Kosten entstehen daraus?

6. Vermeintliche Kreditunterlagen kommen kostenpflichtig per Nachnahme

Bei einer bekannten Masche werden angebliche Vertragsunterlagen per Nachnahme verschickt. Bezahlt wird bereits bei Annahme der Sendung. Im Umschlag befinden sich anschließend jedoch beispielsweise nur Antragsunterlagen für eine Finanzsanierung oder andere Dokumente, ohne dass ein Kreditvertrag zustande kommt.

Die Verbraucherzentrale rät deshalb ausdrücklich davon ab, vermeintliche Kreditunterlagen kostenpflichtig per Nachnahme anzunehmen. (Quelle: Verbraucherzentrale: Unseriöse Kredite erkennen, Stand: 13.01.2026)

7. Es bleibt unklar, wer hinter dem Angebot steht

Eine professionell gestaltete Website reicht als Seriositätsnachweis nicht aus. Prüfen Sie, welches Unternehmen hinter der Seite steht, welche Anschrift genannt wird und wie Sie den Anbieter erreichen können.

Achten Sie außerdem darauf, ob klar zwischen Vermittler und kreditgebender Bank unterschieden wird. Bei einer Vermittlung müssen diese nicht identisch sein. Genau deshalb sollte spätestens im weiteren Prozess nachvollziehbar sein, von wem ein konkretes Kreditangebot stammt.

Auch bekannte Logos oder reale Unternehmensadressen sind kein endgültiger Beweis. Das Europäische Verbraucherzentrum dokumentiert Fälle, in denen Kriminelle Namen, Logos und sogar Anschriften tatsächlich existierender Banken für Fake-Kreditangebote missbraucht haben. (Quelle: Europäisches Verbraucherzentrum Deutschland: Kreditbetrug, Stand: 11.08.2026)

8. Website, Domain und Unternehmensangaben passen nicht zusammen

Sehen Sie bei unbekannten Anbietern genauer auf die Internetadresse. Betrügerische Seiten können bekannte Unternehmen imitieren und Domains verwenden, die dem Original auf den ersten Blick ähneln.

Auch eine gewerberechtliche Erlaubnis sollte nicht als allgemeines Qualitätssiegel verstanden werden. Die Verbraucherzentrale weist darauf hin, dass eine Erlaubnis nach § 34c Gewerbeordnung allein nichts über die Qualität eines konkreten Darlehensvermittlungsangebots aussagt. (Quelle: Verbraucherzentrale: Unseriöse Kredite erkennen, Stand: 13.01.2026)

9. Ein konkretes Kreditangebot kommt unaufgefordert über Social Media oder Messenger

Fake-Kreditangebote werden inzwischen häufig über soziale Netzwerke und Messenger verbreitet. Das Europäische Verbraucherzentrum berichtet unter anderem von Fällen über Facebook, Instagram, LinkedIn, Pinterest und WhatsApp.

Besonders vorsichtig sollten Sie sein, wenn Sie ohne vorherige Anfrage direkt kontaktiert werden, ausschließlich über private Mailadressen oder Messenger kommuniziert wird und gleichzeitig ungewöhnlich günstige Konditionen versprochen werden. (Quelle: Europäisches Verbraucherzentrum Deutschland: Kreditbetrug, Stand: 11.08.2026)

Auch die angezeigte Telefonnummer allein beweist nichts. Beim sogenannten Spoofing, also einer technischen Manipulation des angezeigten Absenders, kann eine Nachricht so aussehen, als stamme sie von einem bekannten Unternehmen. Nutzen Sie im Zweifel selbst recherchierte offizielle Kontaktdaten.

10. Sie werden unter Druck gesetzt oder sollen Zugangsdaten herausgeben

Besonders ernst sollten Sie Aufforderungen nehmen, sofort Geld zu überweisen, Login-Daten zum Online-Banking weiterzugeben oder Fernwartungssoftware auf Ihrem Computer zu installieren.

Das Europäische Verbraucherzentrum nennt Zeitdruck, die Weitergabe von Zugangsdaten und Fernwartungsprogramme ausdrücklich als Merkmale aktueller Kreditbetrugsfälle. (Quelle: Europäisches Verbraucherzentrum Deutschland: Kreditbetrug, Stand: 11.08.2026)

Online-Banking-Zugangsdaten, Passwörter und TANs gehören niemals in die Hände eines Kreditvermittlers.

3. Wie läuft Kreditbetrug im Internet häufig ab?

Kreditbetrug beginnt heute häufig nicht mit einem offensichtlich dubiosen Vertrag. Die Masche kann zunächst professionell aussehen.

Ein typisches Muster ist:

  1. Das Angebot: In einer Anzeige oder Nachricht wird mit einem besonders unkomplizierten oder günstigen Kredit geworben.
  2. Die Kontaktaufnahme: Ein vermeintlicher Vermittler oder Bankmitarbeiter nimmt Kontakt auf.
  3. Der Vertrauensaufbau: Sie erhalten einen professionell wirkenden Vertrag, Logos, Ausweiskopien oder Zugang zu einem angeblichen Kundenbereich.
  4. Die erste Forderung: Vor der Auszahlung sollen Sie eine angebliche Gebühr zahlen.
  5. Weitere Forderungen: Nach der ersten Zahlung folgen neue Gründe, weshalb noch einmal Geld benötigt werde.
  6. Die Auszahlung bleibt aus: Der versprochene Kredit wird nicht ausgezahlt.

Gerade der dritte Schritt macht solche Angebote schwer erkennbar. Nach Angaben des Europäischen Verbraucherzentrums werden sogar Logos real existierender Banken oder Behörden und gestohlene Identitäten verwendet. Auch ein scheinbar professioneller Kreditvertrag beweist deshalb nicht, dass Sie tatsächlich mit der genannten Bank kommunizieren. (Quelle: Europäisches Verbraucherzentrum Deutschland: Kreditbetrug, Stand: 11.08.2026)

Eine normale Kreditvermittlung läuft anders. Dass Sie zunächst Angaben machen und erst anschließend individuelle Konditionen erhalten, ist für sich genommen kein Warnsignal. Ebenso ist es normal, dass der Vermittler die Anfrage an Kreditpartner weitergibt und die endgültige Kreditentscheidung durch eine Bank erfolgt. Problematisch sind nicht nachvollziehbare Vertragspartner, falsche Versprechen oder Zahlungen, die angeblich nötig sind, damit der Kredit überhaupt ausgezahlt wird.

4. So prüfen Sie einen Kreditvermittler selbst

Der sinnvollste Zeitpunkt für den Seriositätscheck ist nicht erst kurz vor der Unterschrift. Prüfen Sie in mehreren Stufen.

Vor der Anfrage: Wer steckt hinter der Website?

Kontrollieren Sie:

  • vollständiges Impressum
  • Firmenname und Anschrift
  • erreichbare Kontaktmöglichkeiten
  • nachvollziehbare Datenschutzhinweise
  • Domain und Schreibweise des Unternehmens
  • Rolle des Unternehmens als Kreditgeber oder Vermittler

Fehlen zentrale Unternehmensinformationen oder lassen sich Angaben nicht nachvollziehen, sollten Sie keine sensiblen Daten übermitteln.

Während der Anfrage: Was wird tatsächlich versprochen?

Prüfen Sie, ob deutlich wird, dass eine Anfrage zunächst geprüft werden muss. Aussagen wie „garantiert“, „jeder wird angenommen“ oder „Bonität vollkommen egal“ sollten Sie hinterfragen.

Schauen Sie außerdem genau darauf, ob Sie neben der Kreditanfrage weitere Produkte auswählen oder Verträge abschließen.

Nach der Anfrage: Jetzt werden die Konditionen entscheidend

Individuelle Zinsen müssen nicht bereits vor der Anfrage feststehen. Sobald Ihnen jedoch ein konkretes Kreditangebot vorliegt, sollten Sie die Konditionen nachvollziehen können.

Prüfen Sie insbesondere:

  • Nettokreditbetrag
  • effektiven Jahreszins
  • Sollzins
  • monatliche Rate
  • Laufzeit
  • Gesamtkosten
  • gegebenenfalls einbezogene Zusatzprodukte
  • kreditgebende Bank
  • weitere vertraglich ausgewiesene Kosten

Vergleichen Sie also nicht die Werbeseite mit einem fertigen Kreditvertrag, als wären beide dasselbe. Eine Website informiert zunächst über die Dienstleistung. Maßgeblich für Ihre Entscheidung sind anschließend die konkreten Unterlagen und Konditionen, die Ihnen für Ihren Kredit angeboten werden.

Vor dem verbindlichen Antrag: Passt alles zusammen?

Bevor Sie den verbindlichen Kreditantrag stellen, sollten Anbieter, Bank, Kreditsumme, Zinsen, Rate, Laufzeit und gewählte Zusatzleistungen zusammenpassen.

Wenn plötzlich andere Produkte auftauchen, Kosten nicht erklärt werden können oder die Vertragspartei nicht der zuvor dargestellten Bank entspricht, sollten Sie zunächst nachfragen und nicht einfach fortfahren.

Wo können Sie zusätzlich prüfen?

Bei unbekannten Unternehmen können Bewertungen und Erfahrungsberichte zusätzliche Hinweise liefern. Sie ersetzen aber keine eigene Prüfung. Achten Sie auf wiederkehrende Beschwerden statt auf einzelne negative Rezensionen.

Bei Banken und erlaubnispflichtigen Finanzunternehmen können Informationen der BaFin bei der Prüfung relevant sein. Ob ein Unternehmen von der BaFin beaufsichtigt wird, können Sie unter anderem über die Unternehmensdatenbank der BaFin prüfen. Nicht jeder Finanzdienstleister fällt jedoch automatisch in ihren Zuständigkeitsbereich. Die BaFin weist selbst darauf hin, dass bestimmte Vermittler und andere Unternehmen, die keine erlaubnispflichtigen Geschäfte nach dem Kreditwesengesetz betreiben, nicht von ihr beaufsichtigt werden. (Quelle: BaFin: Bei der BaFin beschweren, abgerufen am 02.10.2026)

5. Wie läuft eine seriöse Kreditvermittlung ab?

Bei einer seriösen Kreditvermittlung sollte für Sie verständlich sein, welcher Schritt unverbindlich ist, wann konkrete Konditionen vorliegen und wann Sie einen verbindlichen Kreditantrag stellen.

Ein typischer Ablauf kann so aussehen:

  1. Unverbindliche Konditionsanfrage: Sie geben den gewünschten Kredit sowie die für die Prüfung benötigten Angaben an.
  2. Prüfung möglicher Kreditpartner: Der Vermittler prüft, welche angebundenen Banken grundsätzlich infrage kommen, und fragt entsprechende Konditionen an.
  3. Persönliches Angebot: Sie erhalten die auf Basis Ihrer Angaben ermittelte passende Kondition. Erst jetzt lässt sich beurteilen, welcher Zinssatz und welche Rate für Ihren konkreten Fall angeboten werden.
  4. Sie prüfen das Angebot: Zinsen, Rate, Laufzeit, Gesamtkosten und gegebenenfalls gewählte Zusatzprodukte sollten aus den Unterlagen hervorgehen.
  5. Verbindlicher Kreditantrag: Wenn Ihnen die Konditionen zusagen, stellen Sie den eigentlichen Kreditantrag bei der vorgesehenen Bank.
  6. Entscheidung der Bank: Die Bank nimmt die abschließende Prüfung vor und entscheidet über den Kreditantrag.

Damit ist auch klar: Eine Konditionsanfrage ist noch keine garantierte Kreditzusage. Ob der Kreditvertrag zustande kommt, entscheidet der jeweilige Kreditgeber nach der erforderlichen Prüfung. (Quelle: § 505a BGB: Pflicht zur Kreditwürdigkeitsprüfung, Stand: 02.10.2026)

So funktioniert die Kreditvermittlung bei Duratio

Bei Duratio beginnen Sie mit einer unverbindlichen Konditionsanfrage. Auf Grundlage Ihrer Angaben wird intern geprüft, welche angebundenen Kreditpartner infrage kommen. Bei den passenden Partnerbanken werden Konditionen angefragt und Ihnen wird anschließend die für Ihre Anfrage ermittelte passende Kondition vorgelegt.

Sie können das Angebot in Ruhe prüfen. Erst wenn Ihnen die Konditionen zusagen, folgt der verbindliche Kreditantrag an die jeweilige Bank. Diese führt ihre abschließende Prüfung durch und entscheidet über die Kreditvergabe.

Optionale Zusatzprodukte werden dabei nicht automatisch Bestandteil Ihres Kredits. Wenn beispielsweise eine Restschutzversicherung angeboten wird, können Sie entscheiden, ob Sie diese abschließen möchten.

Weitere Informationen zu möglichen Finanzierungen finden Sie auf unserer Seite zum Privatkredit.

Unverbindlich prüfen, welche Konditionen möglich sind

Mit einer unverbindlichen Konditionsanfrage können Sie prüfen lassen, welche Finanzierung auf Grundlage Ihrer Angaben bei den angebundenen Kreditpartnern infrage kommt. Ein verbindlicher Kreditantrag entsteht daraus noch nicht.

6. Ist ein Kredit ohne SCHUFA automatisch unseriös?

Nein. „Ohne SCHUFA“ und „ohne Bonitätsprüfung“ bedeuten nicht dasselbe.

Bei einem Kredit ohne klassische SCHUFA-Abfrage können andere Informationen zur finanziellen Situation und Rückzahlungsfähigkeit berücksichtigt werden. Misstrauisch sollten Sie dagegen werden, wenn ein Anbieter behauptet, dass weder SCHUFA noch Einkommen, bestehende Verpflichtungen oder andere Bonitätsmerkmale eine Rolle spielen und gleichzeitig eine sichere Auszahlung verspricht.

Die Verbraucherzentrale warnt außerdem speziell vor Angeboten, bei denen vermeintlich „SCHUFA-freie“ Kredite mit kostenpflichtigen Prepaid-Kreditkarten, Abonnements oder ähnlichen Produkten verbunden werden. (Quelle: Verbraucherzentrale: Unseriöse Kredite erkennen, Stand: 13.01.2026)

Mehr zu Voraussetzungen und Ablauf erfahren Sie auf unserer Seite zum Kredit ohne SCHUFA.

7. Gibt es eine Liste unseriöser Kreditvermittler?

Eine vollständige und dauerhaft aktuelle Liste aller unseriösen Kreditvermittler gibt es nicht. Websites können verschwinden, Unternehmen können unter neuen Namen auftreten und nicht jedes problematische Geschäftsmodell ist bereits öffentlich bekannt.

Offizielle Warnungen von Aufsichtsbehörden oder Verbraucherstellen können bei der Recherche trotzdem hilfreich sein. Sie sollten aber nicht umgekehrt schließen: Kein Eintrag auf einer Warnliste bedeutet nicht automatisch, dass ein Anbieter seriös ist.

Prüfen Sie deshalb immer zusätzlich das Unternehmen, die Website, die Kommunikation und insbesondere das konkrete Angebot selbst.

8. Unseriös oder Kreditbetrug: Wo liegt der Unterschied?

Nicht jedes schlechte oder verbraucherunfreundliche Kreditangebot ist automatisch Betrug.

„Unseriös“ kann beispielsweise bedeuten, dass ein Geschäftsmodell sehr intransparent ist, mit fragwürdigen Versprechen gearbeitet wird oder Verbraucher zu unnötigen Zusatzprodukten gedrängt werden.

Betrug ist dagegen ein strafrechtlicher Begriff. Ob dieser Tatbestand im Einzelfall erfüllt ist, hängt vom konkreten Verhalten ab und kann nicht anhand einer Checkliste abschließend entschieden werden.

Für Ihre praktische Entscheidung müssen Sie diese juristische Grenze jedoch nicht selbst ziehen. Wenn Vertragspartner, Kosten oder Ablauf für Sie nicht nachvollziehbar sind, sollten Sie den Vorgang zunächst stoppen und das Angebot prüfen lassen.

9. Was können Sie tun, wenn Sie bereits betroffen sind?

Welche Schritte sinnvoll sind, hängt davon ab, was bereits passiert ist.

Sie haben bereits Geld überwiesen

Überweisen Sie kein weiteres Geld. Kontaktieren Sie möglichst schnell Ihre Bank oder den verwendeten Zahlungsdienstleister und sichern Sie Zahlungsbelege, Verträge, E-Mails und Chatverläufe. Bei Betrugsverdacht können Sie Anzeige bei der Polizei erstatten.

Sie haben persönliche Daten oder eine Ausweiskopie verschickt

Dokumentieren Sie, welche Daten Sie übermittelt haben. Bei Verdacht auf Identitätsmissbrauch empfiehlt das Europäische Verbraucherzentrum unter anderem, Anzeige zu erstatten und weitere Schutzmaßnahmen zu treffen. Prüfen Sie außerdem Ihre Kontobewegungen auf unbekannte Vorgänge. (Quelle: Europäisches Verbraucherzentrum Deutschland: Kreditbetrug, Stand: 11.08.2026)

Sie haben Zugangsdaten weitergegeben oder Fernzugriff erlaubt

Ändern Sie betroffene Passwörter und nehmen Sie gegebenenfalls sofort Kontakt mit Ihrer Bank auf. Beenden Sie vorhandene Fernzugriffe und kontrollieren Sie Konten auf unbekannte Transaktionen.

Sie haben einen unerwarteten Zusatzvertrag oder ein Abo abgeschlossen

Prüfen Sie zunächst, welcher Vertrag tatsächlich zustande gekommen ist, welche Kosten darin vereinbart wurden und ob noch ein Widerruf möglich ist. Verbraucherzentralen können bei der Prüfung konkreter Verträge und Forderungen unterstützen.

Sie haben eine Mahnung oder Inkassoforderung erhalten

Ignorieren Sie die Forderung nicht, zahlen Sie aber auch nicht allein aus Angst vor weiteren Konsequenzen ungeprüft. Lassen Sie zunächst klären, ob die geltend gemachte Forderung tatsächlich besteht. Bei gerichtlichen Schreiben müssen die angegebenen Fristen unbedingt beachtet werden.

Wenn Ihre finanzielle Situation bereits so angespannt ist, dass ein neuer Kredit bestehende Zahlungsschwierigkeiten lediglich verschieben würde, kann eine anerkannte Schuldnerberatung die bessere Anlaufstelle sein.

Häufige Fragen zu Kreditvermittlung und unseriösen Angeboten

Warum kann ein Kreditvermittler meinen persönlichen Zinssatz nicht sofort nennen?

Der konkrete Zinssatz hängt häufig von mehreren individuellen Faktoren ab, darunter Kreditbetrag, Laufzeit, finanzielle Situation und Bonität sowie die Konditionen der infrage kommenden Bank. Deshalb kann eine Website zunächst nur allgemeine Informationen oder gesetzlich vorgeschriebene Beispiele zeigen. Entscheidend ist, dass Sie die tatsächlichen Konditionen Ihres persönlichen Angebots prüfen können, bevor Sie einen verbindlichen Kreditantrag stellen.

Darf mir bei einem Kredit eine Restschutzversicherung angeboten werden?

Das Angebot einer Restschutzversicherung macht einen Kredit nicht automatisch unseriös. Entscheidend ist, ob für Sie transparent erkennbar ist, dass eine Versicherung angeboten wird, welche Kosten und Leistungen damit verbunden sind und unter welchen Voraussetzungen sie abgeschlossen wird. Kritisch sind Zusatzprodukte, die unbemerkt abgeschlossen oder fälschlich als zwingende Voraussetzung für eine Kreditauszahlung dargestellt werden.

Was bedeutet eine unverbindliche Konditionsanfrage?

Mit einer Konditionsanfrage lassen Sie zunächst prüfen, zu welchen Bedingungen eine Finanzierung grundsätzlich möglich sein könnte. Sie schließen damit noch nicht automatisch den späteren Kreditvertrag ab. Erst wenn konkrete Konditionen vorliegen und Sie sich für das Angebot entscheiden, folgt der weitere Antrag beim Kreditgeber. Welche Daten dafür benötigt und wie Auskunfteien einbezogen werden, hängt vom jeweiligen Prozess ab.

Ist ein Kreditgeber aus dem Ausland automatisch unseriös?

Nein. Ein Sitz außerhalb Deutschlands ist für sich genommen kein Beweis für ein unseriöses Angebot. Die Prüfung kann jedoch aufwendiger sein und bei Streitigkeiten können andere Zuständigkeiten gelten. Besonders genau sollten Sie hinschauen, wenn eine bekannte ausländische Bank genannt wird, Kommunikation und Zahlungsdaten aber nicht zu deren offiziellen Angaben passen oder vor der Auszahlung Geld verlangt wird.

Was ist eine Finanzsanierung und ist sie dasselbe wie ein Kredit?

Nein. Bei einer Finanzsanierung wird Ihnen normalerweise kein neuer Kreditbetrag ausgezahlt. Stattdessen geht es beispielsweise darum, bestehende Schulden oder Zahlungsvereinbarungen neu zu ordnen. Problematisch sind Angebote, bei denen Verbraucher eigentlich einen Kredit suchen, aber kostenpflichtig einen Finanzsanierungsvertrag erhalten. Prüfen Sie deshalb immer, welche konkrete Leistung Vertragsgegenstand ist und ob tatsächlich eine Kreditauszahlung vorgesehen ist.

Wer schreibt hier?

Anika Dittmer, Autorin Duratio Finanznews

Anika Dittmer ist unsere Expertin für private Finanzen und recherchiert für unsere Leser:innen alles, was es rund um Privatkredite und private Geldanlage zu wissen gibt. Mit ihrem Wirtschaftsstudium und der langjährigen Erfahrung aus der Arbeit bei CHECK24 bereitet sie komplizierte Finanzthemen so auf, dass sie leicht verständlich sind.

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