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Erste Sparkasse zieht Abzocke zurück - Geldabheben wieder kostenfrei

Vor einigen Woche wurden Listen von Sparkassen veröffentlicht, die von ihren Kunden ein Entgelt für das Bargeldabheben verlangen. Als erstes betroffene öffentlich-rechtlich geführtes Geldinstitut hat die Sparkasse Hanau den in der Öffentlichkeit intensiv kritisierten Posten wieder aus ihrem Preis- und Leistungsverzeichnis entfernt. Die Sparkasse Hanau konnte den eigenen Angaben zufolge leicht einlenken. Sie erzielte mit dem Entgelt für die Bargeldversorgung schließlich jährlich lediglich dreistellige Einnahmen, die den damit verbundenen Imageverlust nicht rechtfertigen.

Die Sparkasse Hanau hebt die Kostenpflicht beim Geldabheben auf

Der Pressesprecher der Hanauer Sparkasse, Stefan Schüßler, teilte die künftige Nichtberechnung des Entgelts für die Bargeldabhebung mit. Zugleich wies er darauf hin, dass die Bank dieses ohnehin nur in einem einzigen Kontomodell erhoben und zudem erst ab der elften Bargeldabhebung im Quartal habe. Bei dem genannten Kontomodell handelt es sich um das als Basispaket bezeichnete Girokonto »GrimmClassic«. Dieses Konto kostet lediglich einen Grundpreis von 2,00 Euro je Monat. Es fallen jedoch weiterhin Kosten in Höhe von 0,20 Euro für jede ausgehende und für jede eingehende Überweisung an.

Das günstigste Konto der Sparkasse Hanau trägt den Namen »GrimmOnline« und kostet bei einem Gehaltseingang von mindestens 1500,00 Euro nur 1,95 Euro je Monat. Bei geringeren Eingängen gilt hingegen ein Monatsentgelt von 7,50 Euro, welches die Hanauer Sparkassenkunden ebenfalls für das Kontomodell »GrimmPremium« bezahlen. Bei diesem schließt der Grundpreis jedoch die meisten Einzelleistungen ein, lediglich ab der sechzehnten TAN-Zusendung werden jeweils 0,07 Euro fällig. Die Kostenfreiheit gilt bei den meisten Kontomodellen der Sparkasse Hanau ausschließlich für Bargeldauszahlungen am Automaten, nicht jedoch bei Abhebungen an der Kasse. In diesem Fall sind weiterhin bereits ab dem ersten entsprechenden Vorgang 2,00 Euro zu entrichten.

Die Hanauer Sparkasse war bei der Geldautomaten-Abzocke gemäßigt

Die Sparkasse Hanau hatte ihren Kunden vor der Abschaffung des entsprechenden Entgeltpostens die ersten zehn Bargeldverfügungen je Quartal nicht in Rechnung gestellt. Damit gehörte sie ohnehin zu den Geldinstituten mit einem gemäßigten Entgeltmodell. Viele Kontoinhaber haben die Entgeltpflicht umgangen, indem sie schlicht maximal zehnmal je Quartal Bargeld abgehoben haben.

Aus Kundensicht wesentlich problematischer sind die Sparkassen, die weiterhin bereits ab der ersten Bargeldverfügung ein Zusatzentgelt verlangen. Selbst die Verbraucherschützer sind sich uneinig, ob jede Entgeltberechnung für eine Bargeldverfügung als Abzocke eingestuft werden muss. Zum Teil vertreten sie die Auffassung, dass eine wöchentliche Gratisabhebung akzeptabel sei. Da viele Haushalte Woche für Woche am selben Wochentag Geld abheben und dieser maximal fünfmal pro Kalendermonat auftreten kann, gilt eine Kostenberechnung ab der sechsten Abhebung je Monat teilweise als vertretbar. Entsprechende Modelle sind bei einigen Banken schon seit Jahren verbreitet, ohne dass nennenswerte Proteste zu bemerken waren. Diese haben allerdings im Gegensatz zu den Sparkassen nicht mit der Möglichkeit zu bundesweiten Gratisabhebungen geworben, ohne dabei auf mögliche Einschränkungen hinzuweisen.

Alternative Möglichkeiten zum Geldabheben

Die Sparkassenkunden sind zum Geldabheben nicht auf die Nutzung der Geldautomaten angewiesen. Eine Alternative stellt die Mitnahme von Bargeld bei einem Einkauf dar. Diesen Service bieten immer mehr Supermärkte ab einem Einkaufswert von 20,00 Euro an. Sie ermöglichen entweder das Aufrunden des Gesamtbetrages bis 200,00 Euro oder zahlen zusätzlich zum Einkaufswert 200,00 Euro aus. Eine weitere Möglichkeit zum Einsparen des Entgelts für das Bargeldabheben besteht in der zusätzlichen Nutzung eines Sparcard-Kontos.

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