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Dispokredit: Wann ist er sinnvoll und wann sollten Sie umschulden?

Anika Dittmer, Autorin Duratio Finanznews

Autorin: Anika Dittmer

Stand: 20.07.2026

Das Wichtigste in Kürze

Ein Dispokredit kann einen überschaubaren, kurzfristigen Engpass überbrücken, wenn der vollständige Ausgleich sicher geplant ist. Bleibt Ihr Konto jedoch regelmäßig im Minus, können die variablen Zinsen die Rückzahlung erschweren. Prüfen Sie dann Alternativen und gegebenenfalls, ob sich Dispo und bestehende Kredite planbar umschulden lassen.

Finanzierungsmöglichkeiten prüfen

Inhaltsverzeichnis

1. Was ist ein Dispokredit und wie funktioniert er?

Ein Dispokredit ist ein vereinbarter Kreditrahmen auf Ihrem Girokonto. Er erlaubt Ihnen, mehr Geld auszugeben, als aktuell als Guthaben vorhanden ist. Die Kurzform lautet Dispo. Die genaue Bezeichnung ist Dispositionskredit oder eingeräumte Kontoüberziehung. „Überziehungskredit“ wird häufig als allgemeinerer Begriff verwendet.

Anders als bei einem Ratenkredit wird kein fester Kreditbetrag ausgezahlt. Ihre Bank vereinbart mit Ihnen stattdessen eine Grenze, bis zu der Ihr Kontostand ins Minus rutschen darf. Zinsen und mögliche Entgelte richten sich nach der Vereinbarung mit Ihrer Bank. Die BaFin beschreibt den Dispo ebenfalls als eine im Voraus vereinbarte Möglichkeit, das Konto bis zu einer festgelegten Höhe zu überziehen.

Wie nutzen und zahlen Sie einen Dispokredit zurück?

Sie nutzen den Dispo automatisch, sobald eine Abbuchung Ihr vorhandenes Guthaben übersteigt.

Beispiel:

  • Guthaben auf dem Konto: 200 Euro
  • ausgeführte Abbuchung: 500 Euro
  • genutzter Dispokredit: 300 Euro

Neue Zahlungseingänge gleichen den negativen Kontostand automatisch aus. Geht anschließend beispielsweise ein Gehalt von 2.000 Euro ein, werden zunächst die 300 Euro aus dem Dispo zurückgeführt. Über die verbleibenden 1.700 Euro können Sie wieder verfügen.

Ein Dispokredit hat grundsätzlich:

  • keine feste Laufzeit
  • keine verbindliche Monatsrate
  • keinen festen Tilgungsplan

Sie können den genutzten Betrag vollständig oder schrittweise zurückzahlen und den verfügbaren Rahmen später erneut nutzen.

Welche Voraussetzungen gelten und wie hoch ist der Dispo?

Ob Sie einen Dispokredit erhalten, entscheidet Ihre Bank individuell. Einen Anspruch auf einen Dispo gibt es nicht. Üblicherweise berücksichtigt die Bank:

  • regelmäßige Zahlungseingänge
  • die Höhe Ihres Einkommens
  • Ihre Bonität
  • Ihre bisherige Kontoführung

Bonität bezeichnet die Fähigkeit und Wahrscheinlichkeit, finanzielle Verpflichtungen zuverlässig zu erfüllen.

Banken orientieren sich bei der Höhe des Disporahmens häufig an den regelmäßigen Zahlungseingängen. Wie hoch der Rahmen tatsächlich ausfällt, entscheidet die jeweilige Bank nach ihrer Kreditwürdigkeitsprüfung. Sie kann einen niedrigeren Rahmen festlegen oder einen Dispokredit vollständig ablehnen.

Die BaFin weist darauf hin, dass kein Anspruch auf die Einräumung eines Dispositionskredits besteht. (Quelle: BaFin: Darf die Bank den Dispokredit reduzieren oder streichen?)

Was unterscheidet den Dispo von einer geduldeten Kontoüberziehung?

Bei einem Dispokredit wurde vorab vereinbart, bis zu welcher Grenze Sie das Girokonto überziehen dürfen. Das ist die eingeräumte Kontoüberziehung.

Eine geduldete Kontoüberziehung liegt dagegen vor, wenn:

  • kein Dispokredit vereinbart wurde oder
  • Sie den bestehenden Disporahmen überschreiten

Die Bank kann eine Zahlung trotzdem ausführen, ist dazu aber nicht verpflichtet. Auf die Ausführung einer solchen Zahlung besteht kein Anspruch.

Eingeräumte vs. geduldete Kontoüberziehung
Eingeräumte Kontoüberziehung
Geduldete Kontoüberziehung
Vereinbarung
Eingeräumt Kreditrahmen wurde vorab vereinbart
Geduldet Kein Kreditrahmen vereinbart oder vereinbarter Rahmen überschritten
Nutzung
Eingeräumt Nutzung innerhalb der festgelegten Grenze möglich
Geduldet Bank kann weitere Zahlungen ausführen oder ablehnen
Verfügungsrahmen
Eingeräumt Maximale Höhe des Kreditrahmens ist festgelegt
Geduldet Kein festgelegter zusätzlicher Kreditrahmen
Zinsen
Eingeräumt Vereinbarte Dispozinsen gelten
Geduldet Abweichende Überziehungszinsen können gelten

Quellen: BaFin-Kontenvergleich: Eingeräumte Kontoüberziehung und BaFin-Kontenvergleich: Geduldete Kontoüberziehung , abgerufen am 14.07.2026

Diese Grundlagen helfen dabei, die Kosten und Risiken eines Dispokredits richtig einzuordnen.

2. Welche Kosten und Risiken hat ein Dispokredit?

Die Kosten eines Dispokredits hängen vom genutzten Betrag, dem Zinssatz Ihrer Bank und der Dauer der Überziehung ab. Zinsen fallen für jeden Tag an, an dem sich Ihr Girokonto im Minus befindet. Da der Dispozins üblicherweise variabel ist, kann sich der Zinssatz während der Nutzung verändern.

Banken legen ihre Dispozinsen individuell fest. Einen einheitlichen Marktzinssatz gibt es nicht. Aktuelle Dispozinsen einzelner Kontomodelle können Sie unter anderem im BaFin-Kontenvergleich einsehen.

Wie werden Dispozinsen berechnet?

Dispozinsen werden auf den tatsächlich genutzten Betrag und üblicherweise für die Dauer der Nutzung berechnet. Den geltenden Zinssatz finden Sie im Preis- und Leistungsverzeichnis, im Onlinebanking oder auf Ihrem Kontoauszug.

Der Sollzins ist der reine Zinssatz, den die Bank für den geliehenen Betrag berechnet. Anders als der Effektivzins berücksichtigt er nicht sämtliche weiteren Kreditkosten.

Für eine vereinfachte Beispielrechnung verwenden wir folgende Formel:

Genutzter Dispo × jährlicher Sollzins × Nutzungstage ÷ 365 = Zinskosten

Die Beispielrechnungen verwenden ein Jahr mit 365 Tagen. Die tatsächliche Berechnung kann aufgrund der vertraglich festgelegten Zinsmethode Ihrer Bank geringfügig abweichen.

Was kostet ein Dispokredit für kurze Zeit?

Bei einem überschaubaren Betrag und einer kurzen Nutzung bleiben die absoluten Zinskosten trotz eines hohen Jahreszinssatzes begrenzt.

Beispielrechnung: 1.000 Euro für 14 Tage

Annahme Wert
Genutzter Dispo 1.000 Euro
Angenommener Sollzins 12 % pro Jahr
Nutzungsdauer 14 Tage
Zinskosten rund 4,60 Euro

Bei einer Nutzung über 30 Tage würden unter denselben Annahmen rund 9,86 Euro Zinsen entstehen.

Das Beispiel zeigt: Nicht der Zinssatz allein entscheidet über die tatsächlichen Kosten. Auch der beanspruchte Betrag und die Dauer der Überziehung sind ausschlaggebend.

Wie teuer wird ein Dispo bei längerer Nutzung?

Bleibt ein höherer Betrag über mehrere Monate im Minus, summieren sich die Zinsen deutlich stärker.

Beispielrechnung: 3.000 Euro für 180 Tage

Annahme Wert
Genutzter Dispo 3.000 Euro
Angenommener Sollzins 12 % pro Jahr
Nutzungsdauer 180 Tage
Zinskosten rund 177,53 Euro

Wird der negative Kontostand nicht verringert, fallen fortlaufend weitere Zinsen an. Belastet die Bank die aufgelaufenen Zinsen auf dem bereits überzogenen Konto, kann sich das Minus zusätzlich erhöhen.

Annahmen der Beispielrechnungen: gleichbleibender Sollzins von 12 % pro Jahr, unveränderter negativer Kontostand und vereinfachte Berechnung mit 365 Tagen. Die Beispiele bilden keine konkreten Bankkonditionen ab. Maßgeblich sind die Vertragsbedingungen Ihrer Bank.

Welche Risiken entstehen bei längerer Disponutzung?

Die größten Risiken entstehen nicht durch eine einzelne kurze Überziehung, sondern durch eine längerfristige Nutzung ohne verbindliche Rückzahlung:

  • Variabler Zinssatz: Die Bank kann den Dispozins nach den vertraglichen Bedingungen anpassen
  • Kein fester Tilgungsplan: Es gibt keine verbindliche Rate, durch die die Schuld automatisch vollständig sinkt
  • Dauerhaftes Minus: Bleibt das Konto längere Zeit überzogen, fallen kontinuierlich Zinsen an
  • Wachsende Belastung: Werden Zinsen ebenfalls über den Dispo finanziert, kann sich der negative Kontostand erhöhen
  • Unklare Gesamtkosten: Ohne festen Rückzahlungstermin lässt sich nicht sicher bestimmen, was der Dispo insgesamt kostet
  • Weniger finanzieller Spielraum: Je stärker der Kreditrahmen ausgeschöpft ist, desto weniger Reserve bleibt für weitere Abbuchungen
  • Abgelehnte Zahlungen: Wird der vereinbarte Rahmen überschritten, kann die Bank weitere Verfügungen ablehnen
  • Kürzung oder Kündigung: Die Bank kann einen eingeräumten Dispokredit reduzieren oder vollständig streichen

Ein Anspruch auf die dauerhafte Bereitstellung des vereinbarten Kreditrahmens besteht nicht (Quelle BaFin: Kürzung oder Kündigung eines Dispositionskredits)

Welche Kosten entstehen bei einer geduldeten Kontoüberziehung?

Überschreiten Sie Ihren Disporahmen oder überziehen Ihr Konto ohne vereinbarten Dispo, kann die Bank die Zahlung dennoch ausführen. Dabei handelt es sich um eine geduldete Kontoüberziehung.

Dafür können andere Zinsen gelten als für den vereinbarten Dispo. Die konkrete Höhe finden Sie im Preis- und Leistungsverzeichnis Ihrer Bank. Pauschal lässt sich nicht sagen, dass eine geduldete Überziehung bei jeder Bank teurer ist. (Quelle: BaFin-Kontenvergleich: Geduldete Kontoüberziehung)

Wie diese Kosten bei einer kurzfristigen Nutzung einzuordnen sind, zeigt der folgende Abschnitt.

3. Wann ist ein Dispokredit sinnvoll?

Ein Dispokredit kann sinnvoll sein, wenn Sie nur einen im Verhältnis zu Ihrem Einkommen überschaubaren Betrag für kurze Zeit benötigen und den genutzten Rahmen mit einem sicheren Zahlungseingang vollständig ausgleichen können. Entscheidend sind dabei Betrag, Nutzungsdauer und ein realistischer Rückzahlungstermin.

Die Verbraucherzentrale warnt davor, einen Dispokredit zum Ausgleich mittel- oder langfristiger finanzieller Engpässe zu verwenden. Dadurch kann das Risiko einer Überschuldung steigen. (Quelle: Verbraucherzentrale: Kredite und Darlehen)

In welchen Situationen kann ein Dispo passen?

Ein Dispo kann als kurzfristiger Liquiditätspuffer geeignet sein, wenn:

  • Ihr Gehalt oder eine andere sichere Zahlung wenige Tage später eingeht
  • eine unerwartete und notwendige Rechnung vor dem nächsten Zahlungseingang fällig wird
  • sich die Ausgabe nicht sinnvoll verschieben lässt
  • der benötigte Betrag überschaubar bleibt
  • der vollständige Ausgleich mit dem nächsten sicheren Zahlungseingang realistisch ist

Für größere Anschaffungen oder eine Finanzierung über mehrere Monate ist der Dispo dagegen in der Regel nicht gedacht.

Mit diesem Check prüfen Sie, ob der Dispo zu Ihrer Situation passt

Ein Dispo kann vertretbar sein, wenn Sie alle vier Fragen mit Ja beantworten:

  1. Kennen Sie den benötigten Betrag genau?
    Nutzen Sie nicht vorsorglich den gesamten verfügbaren Rahmen.
  2. Steht der Rückzahlungstermin fest?
    Der vollständige Ausgleich sollte zeitlich klar absehbar sein.
  3. Ist der erwartete Zahlungseingang sicher?
    Verlassen Sie sich nicht auf unsichere oder noch nicht bestätigte Einnahmen.
  4. Bleibt danach genug Geld für den restlichen Monat?
    Der nächste Zahlungseingang sollte nicht vollständig für den Dispo und bereits fällige Ausgaben aufgebraucht werden. Andernfalls besteht ein Haushaltsdefizit, das ein Dispo nicht löst.

Fehlt bei einem dieser Punkte eine klare Antwort, besteht das Risiko, dass aus einer kurzfristigen Überziehung eine wiederkehrende Belastung wird.

Ein Dispo ist ungeeignet, wenn der vollständige Ausgleich nicht zeitnah möglich ist oder das Konto regelmäßig ins Minus rutscht. Welche Warnsignale auf ein dauerhaftes Problem hinweisen, zeigt der nächste Abschnitt.

4. Wann wird ein Dispokredit zum Problem?

Ein Dispokredit wird zum Problem, wenn das Konto nicht mehr nur vorübergehend überzogen ist, sondern das Minus regelmäßig zurückkehrt oder trotz neuer Zahlungseingänge bestehen bleibt. Dann dient der Dispo nicht mehr als kurzfristiger Puffer, sondern finanziert laufende Ausgaben oder bereits bestehende Schulden.

Welche Warnsignale sprechen für Handlungsbedarf?

Prüfen Sie Ihre finanzielle Situation genauer, wenn einer oder mehrere dieser Punkte zutreffen:

  • Ihr Konto bleibt auch nach dem Gehaltseingang im Minus
  • Sie nutzen den Dispo jeden Monat erneut
  • der verfügbare Kreditrahmen ist dauerhaft weitgehend ausgeschöpft
  • Sie bezahlen Miete, Strom, Versicherungen oder Kreditraten aus dem Dispo
  • Sie möchten den Disporahmen erhöhen, um laufende Ausgaben weiter bezahlen zu können
  • neben dem Dispo bestehen weitere Kredite, Ratenzahlungen oder offene Kreditkartensalden
  • Sie kennen die Höhe Ihrer gesamten Schulden nicht genau
  • es gibt keinen realistischen Termin für den vollständigen Ausgleich

Ein einzelnes Warnsignal bedeutet nicht automatisch, dass eine Überschuldung vorliegt. Treffen mehrere Punkte zu, handelt es sich meist nicht mehr nur um einen kurzfristigen Engpass. Dann sollten Sie Einnahmen, laufende Ausgaben und sämtliche Schulden gemeinsam prüfen.

Warum löst ein höherer Dispo das Problem meist nicht?

Ein höherer Disporahmen schafft zunächst zusätzlichen finanziellen Spielraum, reduziert aber keine bestehenden Schulden. Nutzen Sie den erweiterten Rahmen ebenfalls, steigen der geschuldete Betrag und die laufenden Zinskosten.

Besonders problematisch ist eine Erhöhung, wenn das monatliche Einkommen bereits nicht ausreicht, um laufende Ausgaben und bestehende Verpflichtungen zu decken. In diesem Fall verschiebt der zusätzliche Dispo das Problem nur auf einen späteren Zeitpunkt.

Was sollten Sie jetzt prüfen?

Verschaffen Sie sich zunächst einen vollständigen Überblick:

  1. Wie hoch ist der aktuell genutzte Dispo?
  2. Welche weiteren Kredite, Ratenzahlungen oder Kreditkartenschulden bestehen?
  3. Wie hoch sind Ihre festen monatlichen Ausgaben?
  4. Welcher Betrag bleibt nach allen notwendigen Ausgaben tatsächlich übrig?
  5. Könnten Sie den Dispo aus diesem Überschuss in einem realistischen Zeitraum zurückzahlen?

Eine Haushaltsrechnung hilft Ihnen, Einnahmen, Ausgaben und den möglichen Rückzahlungsbetrag gegenüberzustellen.

Reicht der verfügbare Betrag nicht aus oder bestehen bereits Zahlungsrückstände, sollten Sie keine zusätzlichen Schulden aufnehmen, ohne die gesamte Situation fachlich prüfen zu lassen. Die Verbraucherzentrale weist darauf hin, dass ein weiterer Kredit bei dauerhafter finanzieller Bedrängnis häufig nicht weiterhilft. In diesem Fall ist eine anerkannte Schuldnerberatung die passendere Anlaufstelle. (Quelle: Verbraucherzentrale: Seriöse Schuldnerberatung erkennen)

Welche Alternativen zum Dispo infrage kommen, zeigt der folgende Abschnitt.

5. Welche Alternativen zum Dispokredit gibt es?

Welche Alternative geeignet ist, hängt vor allem von der Höhe des benötigten Betrags, der Dauer des Engpasses und Ihrer bestehenden finanziellen Belastung ab. Bei wenigen Tagen kann es ausreichen, eine Ausgabe zu verschieben. Für größere Beträge oder eine längere Rückzahlung kommen eher ein Rahmenkredit oder ein Ratenkredit infrage.

Welche Lösung passt zu welcher Situation?

Alternativen zum Dispokredit
Alternative
Kann sinnvoll sein, wenn …
Das sollten Sie beachten
Ausgabe verschieben
Sinnvoll, wenn die Zahlung nicht sofort notwendig ist
Beachten Nicht jede Rechnung oder Anschaffung lässt sich aufschieben
Zahlungsziel oder Ratenzahlung nutzen
Sinnvoll, wenn ein sicherer Zahlungseingang bald erwartet wird
Beachten Zusatzkosten und mehrere Fälligkeiten im Blick behalten
Rücklagen verwenden
Sinnvoll, wenn ausreichend Ersparnisse vorhanden sind
Beachten Nach der Zahlung sollte noch eine Reserve für Notfälle bleiben
Kreditkarte mit Vollzahlung nutzen
Sinnvoll, wenn der Betrag beim nächsten Abrechnungstermin vollständig beglichen wird
Beachten Bei Teilzahlung können hohe Zinsen entstehen
Rahmenkredit nutzen
Sinnvoll, wenn Sie wiederholt und flexibel Geld benötigen
Beachten Der Zins ist häufig variabel und die Rückzahlung weniger klar geregelt
Ratenkredit aufnehmen
Sinnvoll, wenn ein größerer Betrag über mehrere Monate zurückgezahlt werden soll
Beachten Rate, Laufzeit und Gesamtkosten müssen zum Budget passen
Umschuldung prüfen
Sinnvoll, wenn das Konto dauerhaft im Minus ist oder weitere Schulden bestehen
Beachten Neue Rate und Gesamtkosten müssen tragfähig sein

Können Sie die Ausgabe verschieben oder später bezahlen?

Bei einem sehr kurzen Engpass ist eine neue Finanzierung nicht immer notwendig. Prüfen Sie zunächst, ob sich die Ausgabe verschieben oder ein späteres Zahlungsziel vereinbaren lässt.

Das kann günstiger sein als ein Dispo, sofern keine Mahnkosten, Verzugszinsen oder sonstigen Gebühren entstehen. Die Verbraucherzentrale warnt jedoch davor, zu viele Zahlungen aufzuschieben. Häufen sich offene Rechnungen, können diese später schwerer zu bewältigen sein. (Quelle: Verbraucherzentrale: Was tun bei einem finanziellen Engpass?)

Auch eine Ratenzahlung beim Anbieter kann infrage kommen. Vergleichen Sie dabei den effektiven Jahreszins und die Gesamtkosten. Eine kleine Monatsrate ist nicht automatisch günstig, wenn sich die Rückzahlung über einen langen Zeitraum erstreckt.

Sollten Sie vorhandene Rücklagen nutzen?

Sind ausreichende Rücklagen vorhanden, ist deren Nutzung häufig günstiger als eine Finanzierung, weil keine Kreditzinsen entstehen. Nach der Zahlung sollte jedoch noch eine Reserve für weitere unerwartete Ausgaben verbleiben.

Ist eine Kreditkarte eine Alternative zum Dispo?

Eine Kreditkarte mit vollständigem monatlichem Ausgleich kann einen kurzen Zahlungsaufschub ermöglichen. Das gilt jedoch nur, wenn der gesamte Rechnungsbetrag zum nächsten Abrechnungstermin sicher auf dem Girokonto verfügbar ist.

Bei Kreditkarten mit Teilzahlung oder verzinster Rückzahlung kann die offene Schuld über längere Zeit bestehen bleiben. Eine Kreditkarte ist deshalb keine verlässlich günstigere Alternative zum Dispo und eignet sich nicht, um ein dauerhaftes Haushaltsdefizit zu finanzieren.

Ist ein Rahmenkredit eine Alternative zum Dispo?

Ein Rahmenkredit ist eine separate Kreditlinie, aus der Sie bei Bedarf Geld abrufen können. Er funktioniert ähnlich flexibel wie ein Dispo, ist jedoch nicht direkt mit dem Girokonto verbunden.

Ein Rahmenkredit kann geeignet sein, wenn Sie wiederholt kurzfristig Geld benötigen und nicht sofort den gesamten Kreditbetrag aufnehmen möchten. Allerdings ist der Zinssatz häufig variabel. Ohne konsequente Rückzahlung kann auch diese Kreditform dauerhaft bestehen bleiben.

Wann kann ein Ratenkredit besser passen?

Ein Ratenkredit kann sinnvoller sein, wenn Sie einen größeren Betrag benötigen oder die Rückzahlung mehrere Monate dauern wird. Sie vereinbaren dabei eine feste Monatsrate, eine feste Laufzeit und üblicherweise einen festen Sollzins.

Dadurch wissen Sie von Beginn an:

  • wie hoch die monatliche Belastung ist
  • wann der Kredit vollständig zurückgezahlt ist
  • welche Gesamtkosten entstehen

Ein Ratenkredit ist jedoch nicht automatisch günstiger. Entscheidend sind der angebotene Effektivzins, die Laufzeit, mögliche Zusatzkosten und die Höhe der Rate. Eine zu hohe Rate kann dazu führen, dass Sie erneut auf den Dispo angewiesen sind. Eine lange Laufzeit senkt zwar die Monatsrate, kann aber die Gesamtkosten erhöhen.

Bestehen bereits weitere Kredite oder Kreditkartenschulden, kann statt einer isolierten Ablösung des Dispos eine gemeinsame Umschuldung geprüft werden. Welche Voraussetzungen gelten und welche Kosten Sie vergleichen sollten, erläutert der nächste Abschnitt.

6. Wann ist eine Umschuldung des Dispos sinnvoll?

Eine Umschuldung kann sinnvoll sein, wenn Sie den Dispo nicht in absehbarer Zeit aus dem laufenden Einkommen zurückzahlen können und eine feste Monatsrate besser zu Ihrem Budget passt. Dabei wird der genutzte Dispo durch einen neuen Ratenkredit ausgeglichen. Bestehen weitere Kredite oder offene Kreditkartensalden, können diese gegebenenfalls ebenfalls einbezogen werden.

Ob sich die Umschuldung lohnt, hängt nicht allein von einem niedrigeren Zinssatz ab. Entscheidend sind auch die neue Laufzeit, die monatliche Rate, mögliche Ablösekosten und die Gesamtkosten bis zur vollständigen Rückzahlung.

Welche Rate können Sie sich dauerhaft leisten?

Die in Abschnitt 4 erstellte Haushaltsrechnung zeigt, welcher Betrag nach allen festen und notwendigen Ausgaben dauerhaft für eine Kreditrate verfügbar bleibt.

Eine Umschuldung kann nur dann tragfähig sein, wenn:

  • die neue Rate dauerhaft aus dem Haushaltsüberschuss bezahlt werden kann
  • nach der Rate noch ein finanzieller Puffer verbleibt
  • laufende Ausgaben nicht erneut über den Dispo finanziert werden müssen
  • der Kreditbetrag alle abzulösenden Verbindlichkeiten berücksichtigt

Eine möglichst kleine Rate ist nicht automatisch die beste Lösung. Wird dafür die Laufzeit stark verlängert, können die Gesamtkosten steigen.

Reicht das Einkommen dauerhaft nicht für notwendige Ausgaben und eine tragbare Kreditrate aus, kann ein neuer Kredit die Situation weiter verschärfen.

Können Dispo und weitere Kredite zusammengefasst werden?

Ein Dispo kann grundsätzlich gemeinsam mit bestehenden Ratenkrediten und anderen ablösbaren Verbindlichkeiten in einer neuen Finanzierung zusammengefasst werden. Statt mehrerer Abbuchungen zahlen Sie anschließend nur noch eine monatliche Rate.

Das kann folgende Vorteile haben:

  • bessere Übersicht über die monatlichen Verpflichtungen
  • feste Rate und feste Laufzeit
  • klarer Termin für die vollständige Rückzahlung
  • gegebenenfalls niedrigerer Effektivzins
  • möglicherweise geringere monatliche Gesamtbelastung

Ein niedrigerer Zinssatz oder geringere Gesamtkosten sind jedoch nicht garantiert. Ob alle Schulden einbezogen werden können, hängt von den jeweiligen Verträgen und der neuen Kreditprüfung ab. Nicht jede Verbindlichkeit lässt sich jederzeit oder ohne zusätzliche Kosten ablösen.

Welche Zahlen sollten Sie vor einer Umschuldung vergleichen?

Vergleichen Sie nicht nur die bisherige und die neue Monatsrate. Eine kleinere Rate kann zunächst entlasten, durch eine längere Laufzeit aber höhere Gesamtkosten verursachen.

Stellen Sie zunächst Ihre aktuellen Belastungen zusammen und prüfen Sie anschließend, ob das neue Kreditangebot bei Rate, Laufzeit und Gesamtkosten tatsächlich günstiger ist.

Welche Angaben sollten Sie vor einer Umschuldung prüfen?

Vor der Umschuldung prüfen

  • Genutzter Dispo
  • Offene Restschulden
  • Aktuelle Zinssätze
  • Bestehende Monatsraten
  • Mögliche Ablösekosten
  • Voraussichtliche Rückzahlungsdauer

Im neuen Kreditangebot prüfen

  • Neuer Kreditbetrag
  • Angebotener Effektivzins
  • Monatliche Rate
  • Laufzeit
  • Gesamtkosten
  • Mögliche Sondertilgungen

Der Effektivzins umfasst die wesentlichen jährlichen Kreditkosten in Prozent. Für einen vollständigen Vergleich sind zusätzlich die Gesamtkosten entscheidend.

Wann ist eine Umschuldung nicht sinnvoll?

Eine Umschuldung kann nachteilig sein, wenn:

  • die neue Rate nicht dauerhaft aus dem Haushaltsüberschuss bezahlt werden kann
  • die Laufzeit stark verlängert wird und dadurch die Gesamtkosten steigen
  • Ablösekosten oder Zusatzprodukte einen möglichen Zinsvorteil aufheben
  • nur der Dispo ausgeglichen wird, die Ursache des monatlichen Defizits aber bestehen bleibt
  • nach der Ablösung erneut der volle Disporahmen genutzt wird
  • bereits Zahlungsrückstände bestehen und die neue Finanzierung nicht tragfähig ist

Bei dauerhafter Überschuldung oder bereits ausgefallenen Zahlungen kann eine anerkannte Schuldnerberatung geeigneter sein als ein weiterer Kredit.

Wie vermeiden Sie, erneut in den Dispo zu rutschen?

Eine Umschuldung wirkt nur dann dauerhaft, wenn der Dispo anschließend nicht erneut zur Finanzierung laufender Ausgaben genutzt wird.

Sinnvolle Schritte sind:

  1. Dispolimit reduzieren: Lassen Sie den Rahmen nach der Ablösung auf einen angemessenen Betrag senken
  2. Rate mit Puffer planen: Nach allen Ausgaben und der Kreditrate sollte monatlich noch finanzieller Spielraum bleiben
  3. Haushaltsbudget regelmäßig prüfen: Passen Einnahmen und Ausgaben nicht mehr zusammen, sollte die Planung frühzeitig angepasst werden
  4. Rücklage aufbauen: Bereits kleine monatliche Beträge können künftige Engpässe abfedern
  5. Zahlungstermine abstimmen: Legen Sie wichtige Abbuchungen möglichst auf einen Zeitpunkt nach regelmäßigen Geldeingängen

Wie unterstützt Duratio bei der Umschuldung?

Duratio ist kein klassisches Kreditvergleichsportal. Nach Ihrer Online-Anfrage prüfen die Kreditberaterinnen und Kreditberater passende Finanzierungsmöglichkeiten und begleiten Sie bei der weiteren Abstimmung.

Dabei können neben dem Dispo auch bestehende Kredite berücksichtigt werden. Ob eine Finanzierung zustande kommt und zu welchen Konditionen, hängt insbesondere von Einkommen, Bonität, Kreditbetrag und Laufzeit ab.

Zur Umschuldung

Umschuldung unverbindlich anfragen

Möchten Sie prüfen lassen, ob sich Ihr Dispo und gegebenenfalls weitere bestehende Kredite in einer neuen Finanzierung zusammenfassen lassen? Geben Sie im folgenden Formular den insgesamt benötigten Kreditbetrag an. Der Verwendungszweck „Umschuldung“ ist bereits vorausgewählt.

Auf Grundlage Ihrer Angaben prüfen die Kreditberaterinnen und Kreditberater von Duratio mögliche Finanzierungswege. Ob eine Umschuldung möglich ist und zu welchen Konditionen, hängt unter anderem von Ihrer Bonität, Ihrem Einkommen, dem benötigten Betrag und der gewählten Laufzeit ab.

Häufige Fragen zum Dispokredit

Kostet ein ungenutzter Dispokredit Geld?

Für einen eingeräumten, aber nicht genutzten Dispokredit fallen normalerweise keine Dispozinsen an. Zinsen entstehen erst, wenn das Konto tatsächlich ins Minus rutscht. Ob Ihre Bank weitere Entgelte im Zusammenhang mit dem Girokonto berechnet, können Sie dem Preis- und Leistungsverzeichnis entnehmen. Prüfen Sie daher neben dem Dispozins auch mögliche Kontoführungs- und Kartenkosten.

Muss ein Dispokredit separat beantragt werden?

Das hängt von der jeweiligen Bank ab. Einige Banken bieten bei regelmäßigen Zahlungseingängen einen Disporahmen an, bei anderen müssen Sie ihn ausdrücklich beantragen. Einen Anspruch auf einen Dispokredit gibt es nicht. Die Bank entscheidet nach einer individuellen Kreditwürdigkeitsprüfung, ob sie einen Rahmen einräumt und wie hoch dieser ausfällt.

Was passiert mit dem Dispo bei einem Kontowechsel?

Ein Dispokredit ist an das jeweilige Girokonto und die Vereinbarung mit der bisherigen Bank gebunden. Er wird nicht automatisch auf das neue Konto übertragen. Ein genutzter Dispo muss beim bisherigen Institut ausgeglichen werden. Klären Sie deshalb vor dem Kontowechsel, wie der negative Saldo zurückgeführt wird und ob die neue Bank einen eigenen Kreditrahmen einräumt.

Kann ein hoher Disporahmen eine spätere Kreditaufnahme beeinflussen?

Ein eingeräumter Disporahmen kann bei einer späteren Kreditprüfung als bestehende Kreditlinie berücksichtigt werden. Banken prüfen jedoch nicht nur die Höhe des Rahmens, sondern auch Einkommen, laufende Verpflichtungen, Kontoführung und Bonität. Ein hoher oder dauerhaft ausgeschöpfter Dispo kann den verfügbaren finanziellen Spielraum einschränken, führt aber nicht automatisch zu einer Kreditablehnung.

Dürfen Banken zusätzliche Überziehungsgebühren verlangen?

Banken dürfen neben den vereinbarten Zinsen nicht jede beliebige Pauschale für eine Überziehung verlangen. Gerichte haben einzelne Entgeltklauseln für unzulässig erklärt. Prüfen Sie bei unklaren Belastungen das Preis- und Leistungsverzeichnis Ihrer Bank. Zweifelhafte Gebühren können Sie von einer Verbraucherzentrale oder einer anderen unabhängigen Beratungsstelle prüfen lassen.

Kann ein Dispo ohne Vorfälligkeitsentschädigung abgelöst werden?

Ein genutzter Dispo kann üblicherweise jederzeit vollständig ausgeglichen werden, da er keine feste Laufzeit und keinen festen Tilgungsplan besitzt. Eine klassische Vorfälligkeitsentschädigung wie bei der vorzeitigen Ablösung bestimmter Ratenkredite fällt deshalb normalerweise nicht an. Maßgeblich bleiben jedoch die Vereinbarung und die konkreten Vertragsbedingungen Ihrer Bank.

Wer schreibt hier?

Anika Dittmer, Autorin Duratio Finanznews

Anika Dittmer ist unsere Expertin für private Finanzen und recherchiert für unsere Leser:innen alles, was es rund um Privatkredite und private Geldanlage zu wissen gibt. Mit ihrem Wirtschaftsstudium und der langjährigen Erfahrung aus der Arbeit bei CHECK24 bereitet sie komplizierte Finanzthemen so auf, dass sie leicht verständlich sind.

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