Autorin: Anika Dittmer Stand: 20.07.2026 Das Wichtigste in Kürze Ein Dispokredit kann einen überschaubaren, kurzfristigen Engpass überbrücken, wenn der vollständige Ausgleich sicher geplant ist. Bleibt Ihr Konto jedoch regelmäßig im Minus, können die variablen Zinsen die Rückzahlung erschweren. Prüfen Sie dann Alternativen und gegebenenfalls, ob sich Dispo und bestehende Kredite planbar umschulden lassen. Ein Dispokredit ist ein vereinbarter Kreditrahmen auf Ihrem Girokonto. Er erlaubt Ihnen, mehr Geld auszugeben, als aktuell als Guthaben vorhanden ist. Die Kurzform lautet Dispo. Die genaue Bezeichnung ist Dispositionskredit oder eingeräumte Kontoüberziehung. „Überziehungskredit“ wird häufig als allgemeinerer Begriff verwendet. Anders als bei einem Ratenkredit wird kein fester Kreditbetrag ausgezahlt. Ihre Bank vereinbart mit Ihnen stattdessen eine Grenze, bis zu der Ihr Kontostand ins Minus rutschen darf. Zinsen und mögliche Entgelte richten sich nach der Vereinbarung mit Ihrer Bank. Die BaFin beschreibt den Dispo ebenfalls als eine im Voraus vereinbarte Möglichkeit, das Konto bis zu einer festgelegten Höhe zu überziehen. Sie nutzen den Dispo automatisch, sobald eine Abbuchung Ihr vorhandenes Guthaben übersteigt. Beispiel: Neue Zahlungseingänge gleichen den negativen Kontostand automatisch aus. Geht anschließend beispielsweise ein Gehalt von 2.000 Euro ein, werden zunächst die 300 Euro aus dem Dispo zurückgeführt. Über die verbleibenden 1.700 Euro können Sie wieder verfügen. Ein Dispokredit hat grundsätzlich: Sie können den genutzten Betrag vollständig oder schrittweise zurückzahlen und den verfügbaren Rahmen später erneut nutzen. Ob Sie einen Dispokredit erhalten, entscheidet Ihre Bank individuell. Einen Anspruch auf einen Dispo gibt es nicht. Üblicherweise berücksichtigt die Bank: Bonität bezeichnet die Fähigkeit und Wahrscheinlichkeit, finanzielle Verpflichtungen zuverlässig zu erfüllen. Banken orientieren sich bei der Höhe des Disporahmens häufig an den regelmäßigen Zahlungseingängen. Wie hoch der Rahmen tatsächlich ausfällt, entscheidet die jeweilige Bank nach ihrer Kreditwürdigkeitsprüfung. Sie kann einen niedrigeren Rahmen festlegen oder einen Dispokredit vollständig ablehnen. Die BaFin weist darauf hin, dass kein Anspruch auf die Einräumung eines Dispositionskredits besteht. (Quelle: BaFin: Darf die Bank den Dispokredit reduzieren oder streichen?) Bei einem Dispokredit wurde vorab vereinbart, bis zu welcher Grenze Sie das Girokonto überziehen dürfen. Das ist die eingeräumte Kontoüberziehung. Eine geduldete Kontoüberziehung liegt dagegen vor, wenn: Die Bank kann eine Zahlung trotzdem ausführen, ist dazu aber nicht verpflichtet. Auf die Ausführung einer solchen Zahlung besteht kein Anspruch.
Quellen:
BaFin-Kontenvergleich: Eingeräumte Kontoüberziehung
und
BaFin-Kontenvergleich: Geduldete Kontoüberziehung
,
abgerufen am 14.07.2026
Diese Grundlagen helfen dabei, die Kosten und Risiken eines Dispokredits richtig einzuordnen. Die Kosten eines Dispokredits hängen vom genutzten Betrag, dem Zinssatz Ihrer Bank und der Dauer der Überziehung ab. Zinsen fallen für jeden Tag an, an dem sich Ihr Girokonto im Minus befindet. Da der Dispozins üblicherweise variabel ist, kann sich der Zinssatz während der Nutzung verändern. Banken legen ihre Dispozinsen individuell fest. Einen einheitlichen Marktzinssatz gibt es nicht. Aktuelle Dispozinsen einzelner Kontomodelle können Sie unter anderem im BaFin-Kontenvergleich einsehen. Dispozinsen werden auf den tatsächlich genutzten Betrag und üblicherweise für die Dauer der Nutzung berechnet. Den geltenden Zinssatz finden Sie im Preis- und Leistungsverzeichnis, im Onlinebanking oder auf Ihrem Kontoauszug. Der Sollzins ist der reine Zinssatz, den die Bank für den geliehenen Betrag berechnet. Anders als der Effektivzins berücksichtigt er nicht sämtliche weiteren Kreditkosten. Für eine vereinfachte Beispielrechnung verwenden wir folgende Formel: Genutzter Dispo × jährlicher Sollzins × Nutzungstage ÷ 365 = Zinskosten Die Beispielrechnungen verwenden ein Jahr mit 365 Tagen. Die tatsächliche Berechnung kann aufgrund der vertraglich festgelegten Zinsmethode Ihrer Bank geringfügig abweichen. Bei einem überschaubaren Betrag und einer kurzen Nutzung bleiben die absoluten Zinskosten trotz eines hohen Jahreszinssatzes begrenzt. Beispielrechnung: 1.000 Euro für 14 Tage Bei einer Nutzung über 30 Tage würden unter denselben Annahmen rund 9,86 Euro Zinsen entstehen. Das Beispiel zeigt: Nicht der Zinssatz allein entscheidet über die tatsächlichen Kosten. Auch der beanspruchte Betrag und die Dauer der Überziehung sind ausschlaggebend. Bleibt ein höherer Betrag über mehrere Monate im Minus, summieren sich die Zinsen deutlich stärker. Beispielrechnung: 3.000 Euro für 180 Tage Wird der negative Kontostand nicht verringert, fallen fortlaufend weitere Zinsen an. Belastet die Bank die aufgelaufenen Zinsen auf dem bereits überzogenen Konto, kann sich das Minus zusätzlich erhöhen. Annahmen der Beispielrechnungen: gleichbleibender Sollzins von 12 % pro Jahr, unveränderter negativer Kontostand und vereinfachte Berechnung mit 365 Tagen. Die Beispiele bilden keine konkreten Bankkonditionen ab. Maßgeblich sind die Vertragsbedingungen Ihrer Bank. Die größten Risiken entstehen nicht durch eine einzelne kurze Überziehung, sondern durch eine längerfristige Nutzung ohne verbindliche Rückzahlung: Ein Anspruch auf die dauerhafte Bereitstellung des vereinbarten Kreditrahmens besteht nicht (Quelle BaFin: Kürzung oder Kündigung eines Dispositionskredits) Überschreiten Sie Ihren Disporahmen oder überziehen Ihr Konto ohne vereinbarten Dispo, kann die Bank die Zahlung dennoch ausführen. Dabei handelt es sich um eine geduldete Kontoüberziehung. Dafür können andere Zinsen gelten als für den vereinbarten Dispo. Die konkrete Höhe finden Sie im Preis- und Leistungsverzeichnis Ihrer Bank. Pauschal lässt sich nicht sagen, dass eine geduldete Überziehung bei jeder Bank teurer ist. (Quelle: BaFin-Kontenvergleich: Geduldete Kontoüberziehung) Wie diese Kosten bei einer kurzfristigen Nutzung einzuordnen sind, zeigt der folgende Abschnitt. Ein Dispokredit kann sinnvoll sein, wenn Sie nur einen im Verhältnis zu Ihrem Einkommen überschaubaren Betrag für kurze Zeit benötigen und den genutzten Rahmen mit einem sicheren Zahlungseingang vollständig ausgleichen können. Entscheidend sind dabei Betrag, Nutzungsdauer und ein realistischer Rückzahlungstermin. Die Verbraucherzentrale warnt davor, einen Dispokredit zum Ausgleich mittel- oder langfristiger finanzieller Engpässe zu verwenden. Dadurch kann das Risiko einer Überschuldung steigen. (Quelle: Verbraucherzentrale: Kredite und Darlehen) Ein Dispo kann als kurzfristiger Liquiditätspuffer geeignet sein, wenn: Für größere Anschaffungen oder eine Finanzierung über mehrere Monate ist der Dispo dagegen in der Regel nicht gedacht. Ein Dispo kann vertretbar sein, wenn Sie alle vier Fragen mit Ja beantworten: Fehlt bei einem dieser Punkte eine klare Antwort, besteht das Risiko, dass aus einer kurzfristigen Überziehung eine wiederkehrende Belastung wird. Ein Dispo ist ungeeignet, wenn der vollständige Ausgleich nicht zeitnah möglich ist oder das Konto regelmäßig ins Minus rutscht. Welche Warnsignale auf ein dauerhaftes Problem hinweisen, zeigt der nächste Abschnitt. Ein Dispokredit wird zum Problem, wenn das Konto nicht mehr nur vorübergehend überzogen ist, sondern das Minus regelmäßig zurückkehrt oder trotz neuer Zahlungseingänge bestehen bleibt. Dann dient der Dispo nicht mehr als kurzfristiger Puffer, sondern finanziert laufende Ausgaben oder bereits bestehende Schulden. Prüfen Sie Ihre finanzielle Situation genauer, wenn einer oder mehrere dieser Punkte zutreffen: Ein einzelnes Warnsignal bedeutet nicht automatisch, dass eine Überschuldung vorliegt. Treffen mehrere Punkte zu, handelt es sich meist nicht mehr nur um einen kurzfristigen Engpass. Dann sollten Sie Einnahmen, laufende Ausgaben und sämtliche Schulden gemeinsam prüfen. Ein höherer Disporahmen schafft zunächst zusätzlichen finanziellen Spielraum, reduziert aber keine bestehenden Schulden. Nutzen Sie den erweiterten Rahmen ebenfalls, steigen der geschuldete Betrag und die laufenden Zinskosten. Besonders problematisch ist eine Erhöhung, wenn das monatliche Einkommen bereits nicht ausreicht, um laufende Ausgaben und bestehende Verpflichtungen zu decken. In diesem Fall verschiebt der zusätzliche Dispo das Problem nur auf einen späteren Zeitpunkt. Verschaffen Sie sich zunächst einen vollständigen Überblick: Eine Haushaltsrechnung hilft Ihnen, Einnahmen, Ausgaben und den möglichen Rückzahlungsbetrag gegenüberzustellen. Reicht der verfügbare Betrag nicht aus oder bestehen bereits Zahlungsrückstände, sollten Sie keine zusätzlichen Schulden aufnehmen, ohne die gesamte Situation fachlich prüfen zu lassen. Die Verbraucherzentrale weist darauf hin, dass ein weiterer Kredit bei dauerhafter finanzieller Bedrängnis häufig nicht weiterhilft. In diesem Fall ist eine anerkannte Schuldnerberatung die passendere Anlaufstelle. (Quelle: Verbraucherzentrale: Seriöse Schuldnerberatung erkennen) Welche Alternativen zum Dispo infrage kommen, zeigt der folgende Abschnitt. Welche Alternative geeignet ist, hängt vor allem von der Höhe des benötigten Betrags, der Dauer des Engpasses und Ihrer bestehenden finanziellen Belastung ab. Bei wenigen Tagen kann es ausreichen, eine Ausgabe zu verschieben. Für größere Beträge oder eine längere Rückzahlung kommen eher ein Rahmenkredit oder ein Ratenkredit infrage. Bei einem sehr kurzen Engpass ist eine neue Finanzierung nicht immer notwendig. Prüfen Sie zunächst, ob sich die Ausgabe verschieben oder ein späteres Zahlungsziel vereinbaren lässt. Das kann günstiger sein als ein Dispo, sofern keine Mahnkosten, Verzugszinsen oder sonstigen Gebühren entstehen. Die Verbraucherzentrale warnt jedoch davor, zu viele Zahlungen aufzuschieben. Häufen sich offene Rechnungen, können diese später schwerer zu bewältigen sein. (Quelle: Verbraucherzentrale: Was tun bei einem finanziellen Engpass?) Auch eine Ratenzahlung beim Anbieter kann infrage kommen. Vergleichen Sie dabei den effektiven Jahreszins und die Gesamtkosten. Eine kleine Monatsrate ist nicht automatisch günstig, wenn sich die Rückzahlung über einen langen Zeitraum erstreckt. Sind ausreichende Rücklagen vorhanden, ist deren Nutzung häufig günstiger als eine Finanzierung, weil keine Kreditzinsen entstehen. Nach der Zahlung sollte jedoch noch eine Reserve für weitere unerwartete Ausgaben verbleiben. Eine Kreditkarte mit vollständigem monatlichem Ausgleich kann einen kurzen Zahlungsaufschub ermöglichen. Das gilt jedoch nur, wenn der gesamte Rechnungsbetrag zum nächsten Abrechnungstermin sicher auf dem Girokonto verfügbar ist. Bei Kreditkarten mit Teilzahlung oder verzinster Rückzahlung kann die offene Schuld über längere Zeit bestehen bleiben. Eine Kreditkarte ist deshalb keine verlässlich günstigere Alternative zum Dispo und eignet sich nicht, um ein dauerhaftes Haushaltsdefizit zu finanzieren. Ein Rahmenkredit ist eine separate Kreditlinie, aus der Sie bei Bedarf Geld abrufen können. Er funktioniert ähnlich flexibel wie ein Dispo, ist jedoch nicht direkt mit dem Girokonto verbunden. Ein Rahmenkredit kann geeignet sein, wenn Sie wiederholt kurzfristig Geld benötigen und nicht sofort den gesamten Kreditbetrag aufnehmen möchten. Allerdings ist der Zinssatz häufig variabel. Ohne konsequente Rückzahlung kann auch diese Kreditform dauerhaft bestehen bleiben. Ein Ratenkredit kann sinnvoller sein, wenn Sie einen größeren Betrag benötigen oder die Rückzahlung mehrere Monate dauern wird. Sie vereinbaren dabei eine feste Monatsrate, eine feste Laufzeit und üblicherweise einen festen Sollzins. Dadurch wissen Sie von Beginn an: Ein Ratenkredit ist jedoch nicht automatisch günstiger. Entscheidend sind der angebotene Effektivzins, die Laufzeit, mögliche Zusatzkosten und die Höhe der Rate. Eine zu hohe Rate kann dazu führen, dass Sie erneut auf den Dispo angewiesen sind. Eine lange Laufzeit senkt zwar die Monatsrate, kann aber die Gesamtkosten erhöhen. Bestehen bereits weitere Kredite oder Kreditkartenschulden, kann statt einer isolierten Ablösung des Dispos eine gemeinsame Umschuldung geprüft werden. Welche Voraussetzungen gelten und welche Kosten Sie vergleichen sollten, erläutert der nächste Abschnitt. Eine Umschuldung kann sinnvoll sein, wenn Sie den Dispo nicht in absehbarer Zeit aus dem laufenden Einkommen zurückzahlen können und eine feste Monatsrate besser zu Ihrem Budget passt. Dabei wird der genutzte Dispo durch einen neuen Ratenkredit ausgeglichen. Bestehen weitere Kredite oder offene Kreditkartensalden, können diese gegebenenfalls ebenfalls einbezogen werden. Ob sich die Umschuldung lohnt, hängt nicht allein von einem niedrigeren Zinssatz ab. Entscheidend sind auch die neue Laufzeit, die monatliche Rate, mögliche Ablösekosten und die Gesamtkosten bis zur vollständigen Rückzahlung. Die in Abschnitt 4 erstellte Haushaltsrechnung zeigt, welcher Betrag nach allen festen und notwendigen Ausgaben dauerhaft für eine Kreditrate verfügbar bleibt. Eine Umschuldung kann nur dann tragfähig sein, wenn: Eine möglichst kleine Rate ist nicht automatisch die beste Lösung. Wird dafür die Laufzeit stark verlängert, können die Gesamtkosten steigen. Reicht das Einkommen dauerhaft nicht für notwendige Ausgaben und eine tragbare Kreditrate aus, kann ein neuer Kredit die Situation weiter verschärfen. Ein Dispo kann grundsätzlich gemeinsam mit bestehenden Ratenkrediten und anderen ablösbaren Verbindlichkeiten in einer neuen Finanzierung zusammengefasst werden. Statt mehrerer Abbuchungen zahlen Sie anschließend nur noch eine monatliche Rate. Das kann folgende Vorteile haben: Ein niedrigerer Zinssatz oder geringere Gesamtkosten sind jedoch nicht garantiert. Ob alle Schulden einbezogen werden können, hängt von den jeweiligen Verträgen und der neuen Kreditprüfung ab. Nicht jede Verbindlichkeit lässt sich jederzeit oder ohne zusätzliche Kosten ablösen. Vergleichen Sie nicht nur die bisherige und die neue Monatsrate. Eine kleinere Rate kann zunächst entlasten, durch eine längere Laufzeit aber höhere Gesamtkosten verursachen.
Stellen Sie zunächst Ihre aktuellen Belastungen zusammen und prüfen Sie anschließend, ob das neue Kreditangebot bei Rate, Laufzeit und Gesamtkosten tatsächlich günstiger ist.
Der Effektivzins umfasst die wesentlichen jährlichen Kreditkosten in Prozent. Für einen vollständigen Vergleich sind zusätzlich die Gesamtkosten entscheidend. Eine Umschuldung kann nachteilig sein, wenn: Bei dauerhafter Überschuldung oder bereits ausgefallenen Zahlungen kann eine anerkannte Schuldnerberatung geeigneter sein als ein weiterer Kredit. Eine Umschuldung wirkt nur dann dauerhaft, wenn der Dispo anschließend nicht erneut zur Finanzierung laufender Ausgaben genutzt wird. Sinnvolle Schritte sind: Duratio ist kein klassisches Kreditvergleichsportal. Nach Ihrer Online-Anfrage prüfen die Kreditberaterinnen und Kreditberater passende Finanzierungsmöglichkeiten und begleiten Sie bei der weiteren Abstimmung. Dabei können neben dem Dispo auch bestehende Kredite berücksichtigt werden. Ob eine Finanzierung zustande kommt und zu welchen Konditionen, hängt insbesondere von Einkommen, Bonität, Kreditbetrag und Laufzeit ab. Möchten Sie prüfen lassen, ob sich Ihr Dispo und gegebenenfalls weitere bestehende Kredite in einer neuen Finanzierung zusammenfassen lassen? Geben Sie im folgenden Formular den insgesamt benötigten Kreditbetrag an. Der Verwendungszweck „Umschuldung“ ist bereits vorausgewählt. Auf Grundlage Ihrer Angaben prüfen die Kreditberaterinnen und Kreditberater von Duratio mögliche Finanzierungswege. Ob eine Umschuldung möglich ist und zu welchen Konditionen, hängt unter anderem von Ihrer Bonität, Ihrem Einkommen, dem benötigten Betrag und der gewählten Laufzeit ab. Für einen eingeräumten, aber nicht genutzten Dispokredit fallen normalerweise keine Dispozinsen an. Zinsen entstehen erst, wenn das Konto tatsächlich ins Minus rutscht. Ob Ihre Bank weitere Entgelte im Zusammenhang mit dem Girokonto berechnet, können Sie dem Preis- und Leistungsverzeichnis entnehmen. Prüfen Sie daher neben dem Dispozins auch mögliche Kontoführungs- und Kartenkosten. Das hängt von der jeweiligen Bank ab. Einige Banken bieten bei regelmäßigen Zahlungseingängen einen Disporahmen an, bei anderen müssen Sie ihn ausdrücklich beantragen. Einen Anspruch auf einen Dispokredit gibt es nicht. Die Bank entscheidet nach einer individuellen Kreditwürdigkeitsprüfung, ob sie einen Rahmen einräumt und wie hoch dieser ausfällt. Ein Dispokredit ist an das jeweilige Girokonto und die Vereinbarung mit der bisherigen Bank gebunden. Er wird nicht automatisch auf das neue Konto übertragen. Ein genutzter Dispo muss beim bisherigen Institut ausgeglichen werden. Klären Sie deshalb vor dem Kontowechsel, wie der negative Saldo zurückgeführt wird und ob die neue Bank einen eigenen Kreditrahmen einräumt. Ein eingeräumter Disporahmen kann bei einer späteren Kreditprüfung als bestehende Kreditlinie berücksichtigt werden. Banken prüfen jedoch nicht nur die Höhe des Rahmens, sondern auch Einkommen, laufende Verpflichtungen, Kontoführung und Bonität. Ein hoher oder dauerhaft ausgeschöpfter Dispo kann den verfügbaren finanziellen Spielraum einschränken, führt aber nicht automatisch zu einer Kreditablehnung. Banken dürfen neben den vereinbarten Zinsen nicht jede beliebige Pauschale für eine Überziehung verlangen. Gerichte haben einzelne Entgeltklauseln für unzulässig erklärt. Prüfen Sie bei unklaren Belastungen das Preis- und Leistungsverzeichnis Ihrer Bank. Zweifelhafte Gebühren können Sie von einer Verbraucherzentrale oder einer anderen unabhängigen Beratungsstelle prüfen lassen. Ein genutzter Dispo kann üblicherweise jederzeit vollständig ausgeglichen werden, da er keine feste Laufzeit und keinen festen Tilgungsplan besitzt. Eine klassische Vorfälligkeitsentschädigung wie bei der vorzeitigen Ablösung bestimmter Ratenkredite fällt deshalb normalerweise nicht an. Maßgeblich bleiben jedoch die Vereinbarung und die konkreten Vertragsbedingungen Ihrer Bank. Anika Dittmer ist unsere Expertin für private Finanzen und recherchiert für unsere Leser:innen alles, was es rund um Privatkredite und private Geldanlage zu wissen gibt. Mit ihrem Wirtschaftsstudium und der langjährigen Erfahrung aus der Arbeit bei CHECK24 bereitet sie komplizierte Finanzthemen so auf, dass sie leicht verständlich sind.Dispokredit: Wann ist er sinnvoll und wann sollten Sie umschulden?

Inhaltsverzeichnis
1. Was ist ein Dispokredit und wie funktioniert er?
Wie nutzen und zahlen Sie einen Dispokredit zurück?
Welche Voraussetzungen gelten und wie hoch ist der Dispo?
Was unterscheidet den Dispo von einer geduldeten Kontoüberziehung?
2. Welche Kosten und Risiken hat ein Dispokredit?
Wie werden Dispozinsen berechnet?
Was kostet ein Dispokredit für kurze Zeit?
Annahme
Wert
Genutzter Dispo
1.000 Euro
Angenommener Sollzins
12 % pro Jahr
Nutzungsdauer
14 Tage
Zinskosten
rund 4,60 Euro
Wie teuer wird ein Dispo bei längerer Nutzung?
Annahme
Wert
Genutzter Dispo
3.000 Euro
Angenommener Sollzins
12 % pro Jahr
Nutzungsdauer
180 Tage
Zinskosten
rund 177,53 Euro
Welche Risiken entstehen bei längerer Disponutzung?
Welche Kosten entstehen bei einer geduldeten Kontoüberziehung?
3. Wann ist ein Dispokredit sinnvoll?
In welchen Situationen kann ein Dispo passen?
Mit diesem Check prüfen Sie, ob der Dispo zu Ihrer Situation passt
Nutzen Sie nicht vorsorglich den gesamten verfügbaren Rahmen.
Der vollständige Ausgleich sollte zeitlich klar absehbar sein.
Verlassen Sie sich nicht auf unsichere oder noch nicht bestätigte Einnahmen.
Der nächste Zahlungseingang sollte nicht vollständig für den Dispo und bereits fällige Ausgaben aufgebraucht werden. Andernfalls besteht ein Haushaltsdefizit, das ein Dispo nicht löst.4. Wann wird ein Dispokredit zum Problem?
Welche Warnsignale sprechen für Handlungsbedarf?
Warum löst ein höherer Dispo das Problem meist nicht?
Was sollten Sie jetzt prüfen?
5. Welche Alternativen zum Dispokredit gibt es?
Welche Lösung passt zu welcher Situation?
Können Sie die Ausgabe verschieben oder später bezahlen?
Sollten Sie vorhandene Rücklagen nutzen?
Ist eine Kreditkarte eine Alternative zum Dispo?
Ist ein Rahmenkredit eine Alternative zum Dispo?
Wann kann ein Ratenkredit besser passen?
6. Wann ist eine Umschuldung des Dispos sinnvoll?
Welche Rate können Sie sich dauerhaft leisten?
Können Dispo und weitere Kredite zusammengefasst werden?
Welche Zahlen sollten Sie vor einer Umschuldung vergleichen?
Vor der Umschuldung prüfen
Im neuen Kreditangebot prüfen
Wann ist eine Umschuldung nicht sinnvoll?
Wie vermeiden Sie, erneut in den Dispo zu rutschen?
Wie unterstützt Duratio bei der Umschuldung?
Umschuldung unverbindlich anfragen
Häufige Fragen zum Dispokredit
Kostet ein ungenutzter Dispokredit Geld?
Muss ein Dispokredit separat beantragt werden?
Was passiert mit dem Dispo bei einem Kontowechsel?
Kann ein hoher Disporahmen eine spätere Kreditaufnahme beeinflussen?
Dürfen Banken zusätzliche Überziehungsgebühren verlangen?
Kann ein Dispo ohne Vorfälligkeitsentschädigung abgelöst werden?
Wer schreibt hier?

Finanzierungsmöglichkeiten prüfen
Eingeräumte vs. geduldete Kontoüberziehung
Eingeräumte Kontoüberziehung
Geduldete Kontoüberziehung
Vereinbarung
Eingeräumt
Kreditrahmen wurde vorab vereinbart
Geduldet
Kein Kreditrahmen vereinbart oder vereinbarter Rahmen überschritten
Nutzung
Eingeräumt
Nutzung innerhalb der festgelegten Grenze möglich
Geduldet
Bank kann weitere Zahlungen ausführen oder ablehnen
Verfügungsrahmen
Eingeräumt
Maximale Höhe des Kreditrahmens ist festgelegt
Geduldet
Kein festgelegter zusätzlicher Kreditrahmen
Zinsen
Eingeräumt
Vereinbarte Dispozinsen gelten
Geduldet
Abweichende Überziehungszinsen können gelten
Alternativen zum Dispokredit
Alternative
Kann sinnvoll sein, wenn …
Das sollten Sie beachten
Ausgabe verschieben
Sinnvoll, wenn
die Zahlung nicht sofort notwendig ist
Beachten
Nicht jede Rechnung oder Anschaffung lässt sich aufschieben
Zahlungsziel oder Ratenzahlung nutzen
Sinnvoll, wenn
ein sicherer Zahlungseingang bald erwartet wird
Beachten
Zusatzkosten und mehrere Fälligkeiten im Blick behalten
Rücklagen verwenden
Sinnvoll, wenn
ausreichend Ersparnisse vorhanden sind
Beachten
Nach der Zahlung sollte noch eine Reserve für Notfälle bleiben
Kreditkarte mit Vollzahlung nutzen
Sinnvoll, wenn
der Betrag beim nächsten Abrechnungstermin vollständig beglichen wird
Beachten
Bei Teilzahlung können hohe Zinsen entstehen
Rahmenkredit nutzen
Sinnvoll, wenn
Sie wiederholt und flexibel Geld benötigen
Beachten
Der Zins ist häufig variabel und die Rückzahlung weniger klar geregelt
Ratenkredit aufnehmen
Sinnvoll, wenn
ein größerer Betrag über mehrere Monate zurückgezahlt werden soll
Beachten
Rate, Laufzeit und Gesamtkosten müssen zum Budget passen
Umschuldung prüfen
Sinnvoll, wenn
das Konto dauerhaft im Minus ist oder weitere Schulden bestehen
Beachten
Neue Rate und Gesamtkosten müssen tragfähig sein
Welche Angaben sollten Sie vor einer Umschuldung prüfen?

