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Wie gefährlich ist der neue Online-Ratenkauf?

Seit Anfang Juni 2016 bietet ein großer Zahlungsdienstleister Ratenkäufe an. Der Kunde schließt den Vertrag im Online-Geschäft des Händlers und beantragt eine Ratenzahlung über sechs Monate bis zwei Jahre. Da es sich in rechtlicher Hinsicht nicht um einen Verbraucherkredit handelt, lässt sich der gesamte Vorgang online abwickeln. Eine Identifizierung des Kunden durch das Postident-Verfahren oder auf eine andere zugelassene Weise ist ebenfalls nicht vorgeschrieben. Banken sehen in den strengen Bestimmungen für den Verbraucherkredit einen Wettbewerbsnachteil gegenüber dem Zahlungsdienstleister. Tatsächlich überprüft dieser aus eigenem Interesse zumindest die Übereinstimmung der Rechnungsadresse mit den bei der Kreditsicherung gespeicherten Adressdaten. Zusätzlich nimmt er eine automatisierte Bonitätsprüfung vor, in die bei registrierten Mitgliedern interne Daten einfließen. Ein beim Zahlungsdienstleister bestehendes Konto ist jedoch ausdrücklich nicht für die Nutzung der Online-Ratenzahlung erforderlich.

Fallen Kosten für die Ratenzahlung an?

Der Zahlungsdienstleister berechnet den teilnehmenden Händlern Entgelte für die Inanspruchnahme des Services. Ob diese die Kosten an ihre Kunden weitergeben oder diesen eine Null-Prozent-Finanzierung anbieten, ist jedem Verkäufer selbst überlassen. Verbraucherberater rechnen damit, dass viele Anbieter keine Zinsen berechnen und somit die Finanzierungskosten alleine tragen. Sie rechnen diese selbstverständlich in ihre Verkaufspreise ein, sodass sie ihre Waren oftmals teurer als die Wettbewerber anbieten, bei denen keine Teilzahlung möglich ist. Verbraucher neigen dazu, Begriffe wie »kostenlos« als Kaufsignal zu werten und keinen Preisvergleich durchzuführen, sobald ihnen ein Händler den zinsfreien Eilkredit anbietet. Da kostenfreie Ratenzahlungen anbietende Verkäufer die Finanzierungskosten in ihre Preise einrechnen, zahlen Verbraucher in vielen Fällen überhöhte Preise. Diese lassen sich leicht vermeiden, indem angehende Kunden bei einem Preisvergleich außer auf eine möglicherweise kostenfreie Teilzahlungsmöglichkeit auch auf die eigentlichen Warenpreise achten.

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Weitere Kreditpunkte an der Online-Ratenzahlung über den Zahlungsdienstleister

Verbraucherschützer sehen die Gefahr einer Überschuldung, wenn Verbraucher aufgrund der leicht zugänglichen Online-Ratenzahlung zu viel einkaufen. Da der Zahlungsdienstleister keine Vollbank ist, enthält die ihm erteilte Bonitätsauskunft keine Daten über bestehende Verbindlichkeiten. Zusätzlich erkundigt sich der Zahlungsdienstleister nicht nach dem monatlichen Einkommen des Bestellers. Diese Vorgehensweise ist bei Finanzierungen über einen Händler weitgehend üblich. Verbraucherberater sehen gerade in der Null-Prozent-Finanzierung eine Methode der Absatzförderung, mit deren Hilfe Händler Haushalte zu überflüssigen Ausgaben motivieren. Tatsächlich wirbt der Zahlungsdienstleister bei möglichen Vertragspartnern damit, dass diese ihren Umsatz dank der Ratenzahlung erhöhen können. Gegenüber einer von ihnen selbst angebotenen Teilzahlung bietet der neue Service Verkäufern den Vorteil, dass der Zahlungsdienstleister das Ausfallrisiko trägt. Ein Teil des vom Händler bezahlten Entgelts dient zur Finanzierung dieses Risikos.