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Angst vor Überschuldung – wenn das Geld zur Last wird

„Geld regiert die Welt!“ – das trifft nicht nur global gesehen zu, sondern auch im Kleinen. Miete, Lebensmittel, Kleidung, Freizeit – die Möglichkeiten, Geld auszugeben, sind groß. Die Angst, dass diese Ausgaben die eigenen Finanzen übersteigen, ist noch größer. Laut einer Emnid-Umfrage, die von der Postbank in Auftrag gegeben wurde, befürchten 42 Prozent der 1.000 Befragten über 18 Jahre, dass sie sich überschulden und dadurch im Ansehen bei anderen sinken. Gleichzeitig ergab die Studie, dass lediglich 45 Prozent der Beteiligten über ihre Kredite reden und gar 14 Prozent sich für sie schämen. Dabei ist die Aufnahme eines Darlehens keine Seltenheit: Zwei Drittel der Deutschen haben schon eines in Anspruch genommen, sei es eine Baufinanzierung, ein Raten- oder ein Dispokredit. Doch darüber reden tun die wenigsten. Denn bei vielen sei das Verständnis verankert, dass der Umgang mit Geld viel über die eigene Person aussagt. Mit anderen Worten: Schulden oder gar Überschuldung sind gleichbedeutend mit dem Scheitern der betroffenen Person.

2015 sank die Zahl der gemeldeten Privatinsolvenzen – nur nicht bei älteren Personen

Die Überschuldung stellt sich jedoch nicht plötzlich ein, sondern baut sich schrittweise auf und ist Ausdruck dafür, dass die Ausgaben über einen langen Zeitraum hinweg die Einnahmen übersteigen. So entsteht ein immer größer werdender Berg an Ausständen, der aus eigener Finanzkraft nicht mehr bewältigt werden kann. Der letzte Ausweg ist hierbei häufig die Privatinsolvenz. Doch ungeachtet der oben beschriebenen Angst davor sind diese in den vergangenen Jahren rückläufig. Gemäß des Schuldenbarometers der Wirtschaftsauskunftei Bürgel wurden 2015 107.919 private Insolvenzen gemeldet. Das sind 6,4 Prozent weniger als noch 2014 und setzt damit den Trend seit 2010 weiter fort. Begründet wird der Rückgang durch die hohen Beschäftigungszahlen, solide Einkommen und eine niedrige Inflation. Und die prognostizierten Zahlen für 2016 zeichnen ein ähnliches Bild. Diese positive Entwicklung lässt sich dennoch nicht auf alle Altersgruppen übertragen: Bei Personen, die 61 Jahre und älter sind, stieg 2015 erneut die Zahl der Privatinsolvenzen – genau wie in den vergangenen drei Jahren, aber mit dem Unterschied, dass die Zunahme geringer ausfällt als in den Vorjahren (2012: 1,2 %; 2013: 8,4 %; 2014: 13,9 %; 2015: 0,6 %). Hintergrund für den Anstieg der Privatinsolvenzen in dieser Altersgruppe ist der Umstand, dass das Einkommen bzw. die Renten oftmals zur Kostendeckung nicht genügen, wodurch sich das Risiko der Altersarmut erhöht.

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Was führt zur Überschuldung?

Überschuldung ist jedoch nicht gleichbedeutend mit hohen Schulden. Denn die Bürgel-Studie hat ebenso ergeben, dass zwar die durchschnittliche Schuldenhöhe im Gesamten betrachtet bei etwa 33.500 Euro liegt, mit Blick auf die Gruppe der unter 25-Jährigen ist sie hingegen etwas unter 10.000 Euro. Im Vergleich zum Alter nimmt dieser Durchschnittswert dann proportional zu und befindet sich bei der Gruppe 61 Jahre und älter bei 43.000 Euro. Häufig geben kleine Beträge, die fehlen, dann den Ausschlag für eine Privatinsolvenz. Die Ursachen sind aber andere, wie zum Beispiel Arbeitslosigkeit, eine länger währende Erkrankung oder unverhältnismäßiger Konsum, die ebenso Auslöser für den sogenannten Finanzstress sein können. Damit Sie nun nicht in diese Lage geraten und der Finanzstress Sie überkommt, haben wir für Sie einige Tipps, wie Sie Ihre finanzielle Lage effektiv im Griff haben.

Wie Sie sich vor Überschuldung schützen können

Um zunächst einen Überblick zu erhalten, wie Ihre derzeitige finanzielle Lage überhaupt aussieht, tragen Sie all ihre Einkünfte und Ausgaben zusammen und stellen Sie gegenüber. Klare Fakten schwarz auf weiß sind die Grundlage für eine gute Finanzplanung. Sind Sie in einer Partnerschaft oder in einer Familie, dann reden Sie mit ihren Angehörigen über Ihre Finanzen. Denn entgegen des landläufigen Sprichwortes ist es sehr wohl ratsam, über Geld und auch über Schulden zu sprechen. So liegen die Verantwortung und die damit verbundenen Sorgen nicht nur bei Ihnen und Sie können gemeinsam besprechen, wie zukünftig die Budgetplanung aussehen soll. Dazu gehört gleichfalls die Überlegung, wo Ausgaben eingespart werden können, z. B. bei unnötigen Abonnements oder Zusatzversicherungen. Haben Sie mehrere Finanzierungen parallel laufen, sollten Sie eine Kreditumschuldung in Betracht ziehen, beispielsweise mithilfe der Duratio-Finanzexperten. Das bedeutet, dass mehrere Kredite zu einem zusammengefasst werden, für den Sie monatlich nur noch eine Rate bei einem Kreditgeber begleichen. Das fördert die Übersicht über Ihre Finanzen und bei den derzeitig günstigen Kreditkonditionen sparen Sie in der Regel auch noch Geld. Um in Zukunft weiterhin Ihr Budget im Blick zu behalten, sollten Sie in einem Haushaltsbuch Ihre Ausgaben und Einnahmen notieren – klassisch in einem Heft oder in digitaler Form. Stellen Sie hierbei fest, dass weitere Einnahmen notwendig sind, dann sollten Sie eine Nebentätigkeit abwägen. Vor Beginn dieser muss jedoch Ihr Arbeitgeber bzw. die Behörde, über die Sie Geld beziehen, informiert werden. Grundlegend sollten Sie sich vor Augen halten: Das Budgetmanagement ist kein einmaliger Akt – hier ist ein langer Atem gefragt. Prüfen Sie daher fortwährend Ihre Kostenaufstellung. Das bringt Ihnen Sicherheit und nimmt Ihnen gleichzeitig den Stress. Sollten Sie dennoch in eine finanzielle Schieflage geraten, scheuen Sie sich nicht, Hilfe in Anspruch zu nehmen, und reden Sie dabei offen und objektiv über Ihre Finanzsituation.